Auf der Suche nach dem Feeling von Chandigarh

Von Edith Schlocker...

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Antonio Puri war einer von 34 indischen Künstlern der jüngeren Generation, die Ende 2010/Anfang 2011 im Essl Museum in Klosterneuburg präsentiert wurden. Dort hat die Innsbrucker Galeristin Birgit Fraisl auch die Arbeiten des 46-jährigen Puri erstmals gesehen und war von ihnen so begeistert, dass sie dem in Chandigarh geborenen, heute in den USA lebenden Künstler nun in ihrem artdepot eine Personale widmet.

Für Puri ist das Leben ein organischer Prozess, letztlich eine große Reise mit vielen Abschnitten. Dementsprechend ist auch seine Kunst eine, die sich aus vielen Sequenzen zusammensetzt. Wenn er sich etwa in einer Serie kleiner Mischtechniken, die nach einer exakten Choreographie auf dem galeristischen Boden bzw. einer Wand zelebriert sind, auf mentale Spurensuche in seiner Heimatstadt Chandigarh begibt.

Ausdruck der Suche nach dem verlorenen indischen Feeling ist auch eine Installation in der Form eines buddhistischen Mandala. Allerdings eines sehr ungewöhnlichen, das die Fragilität des menschlichen Seins auf poetische Art und Weise vorführt. Gebaut aus im Kreis gelegten Schuhsohlen am Boden, fortgesetzt an der Wand durch ein Mandala aus Fingerabdrücken.

„My soul has many shadows“, heißt ein weiterer Zyklus von Antonio Puri. Beste- hend aus geheimnisvoll mehr- schichtigen Sequenzen, die sich dem Betrachter nur schwer erschließen. Es geht hier um wechselnde Stimmungen, um das Verschieben von Wertigkeiten, abstrahiert zu Strukturen, die in eine düstere Farbigkeit getaucht sind. Wichtig sind dem Künstler bei dieser Arbeit die sich fortlaufend verdoppelnden Zwischenräume zwischen den einzelnen Teilen. Das pure Nachdenken, das ohne Pinsel und Farbe auskommt.


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