Das „Pfiat di“ wird leiser

„Griaß di“ ließ unlängst die Wogen hochgehen, aber auch ums „Pfiat di“ müsste man sich Sorgen machen. Über hierzulande verwendete Gruß- und Verabschiedungsformen.

Innsbruck –Hallo. Grüß Gott. Baba. Habe die Ehre. Meine Verehrung. Sei mir gegrüßt.

In Österreich existieren unzählige Grußformen, die je nach Region oder Alter variieren – aber auch dem Wandel der Zeit unterworfen sind. Das Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra etwa fragt seit 1999 alle paar Jahre bei Herrn und Frau Österreicher nach, wie sie sich ansprechen, wenn sie sich treffen und wieder trennen. Die aktuellste Umfrage stammt aus dem März 2012, wo einmal mehr 20 Gruß- und Verabschiedungsformen abgefragt wurden.

Die auffallendsten Ergebnisse: „Das Repertoire der Grußmöglichkeiten vergrößert sich ständig. Aber nicht, weil ständig neue Grußformen an die Oberfläche drängen, sondern immer mehr verschiedene Begrüßungen und Verabschiedungen verwendet werden“, sagt Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller. 2003 etwa verwendeten die Österreicher von den abgefragten Grußformen durchschnittlich fünf. 2012 sind es bereits sechs.

Doch was ist nun der meistgebrauchte Gruß in Österreich? „74 Prozent der Österreicher grüßen allgemein mit Hallo, 43 Prozent verwenden diesen Gruß am allerhäufigsten“, weiß Bruckmüller. Seine Erklärung: Das Hallo sei informell, unverbindlich und nahezu universell einsetzbar – ob beim Freund oder Geschäftspartner.

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Was bei der aktuellen Umfrage auffällt: Eine Renaissance erlebt das Grüß Gott. 28 Prozent der Österreicher – um 10 Prozent mehr als 2009 – verwenden Grüß Gott als häufigsten Gruß. Generell grüßen 64 Prozent der Österreicher derart traditionell. „Das hat auch uns überrascht. Aber die Tendenz geht wieder in Richtung traditionellere Grußformen“ sagt Bruckmüller.

Nach den Aufregungen um den Griaß-di-Gruß (siehe Box) bietet die Spectra-Umfrage aber auch ein wenig Grund zur Sorge, was Pfiat di betrifft: Denn offensichtlich finden immer weniger Menschen daran Gefallen. Als einzige der 20 abgefragten Grußformen verzeichnet das Pfiat di ein Minus zur letzten Umfrage, nur noch 35 Prozent der Österreicher verwenden es.

Ebenfalls interessant: Servus ist eher bei Männern gebräuchlich, Hallo und Tschüss bei Frauen. Tschüss, Ciao und Hi hört man vor allem bei den Jüngeren, Hallo hat sich bis zu den mittleren Altersschichten durchgesetzt. (i.r.)


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