Verwandter von Assads Vize wechselte die Seiten

Einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabiya hat der Mann die Armee aufgerufen, sich der Revolution anzuschließen.

Damaskus – Ein Verwandter des syrischen Vizepräsidenten Faruk al-Sharaa hat nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabiya Staatschef Bashar al-Assad die Gefolgschaft aufgekündigt. Der Sender strahlte am Donnerstag eine zunächst nicht zu verifizierende Erklärung aus, die von Sharaas Cousin Yarab al-Sharaa stammen soll. Darin wird die Armee aufgerufen, sich der Revolution anzuschließen. Zunächst hatte der Sender berichtet, Sharaa selbst habe die Seiten gewechselt.

Yarab al-Sharaa wurde als Chef einer Einheit des politischen Geheimdienstes in Damaskus identifiziert und soll sich gemeinsam mit einem weiteren Familienmitglied, das ebenfalls im Sicherheitsapparat beschäftigt war, nach Jordanien abgesetzt haben.

Vizepräsident Faruk al-Sharaa gehört zu den wenigen Sunniten, die unter der Herrschaft der alawitischen Assad-Familie in Spitzenpositionen gelangt sind. Er trat in den vergangenen Monaten kaum noch in Erscheinung. Zu Beginn der Krise 2011 hatten ihn Beobachter als möglichen Vermittler oder Übergangsregierungschef ins Spiel gebracht.

Beobachtermission in Syrien wird nicht verlängert

Unterdessen wird der UN-Sicherheitsrat wird die Beobachtermission Unsmis in Syrien nicht verlängern. „Unsmis wird auslaufen“, sagte der französische UN-Botschafter Gerard Araud am Donnerstag in New York nach Beratungen des Weltsicherheitsrats.

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Die Präsenz der UN in Syrien werde aber andauern. In einem Brief an den UN-Generalsekretär habe er die Eröffnung eines Verbindungsbüros in Damaskus unterstützt, sagte Araud.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte erneut an das syrische Regime und die Opposition, umgehend die Gewalt zu stoppen und in einen politischen Dialog einzusteigen. „Die Menschen in Syrien haben zu viel und zu lange gelitten. So kann es nicht weitergehen“, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch in Ost-Timor vor Journalisten. Der Konflikt zwischen der Regierung und den Aufständischen hat laut Ban bereits 18.000 Menschenleben gefordert. Wenigstens 150.000 Syrer seien in die Nachbarländer geflohen.

2,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

In Syrien sind nach UN-Angaben 2,5 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Die humanitäre Lage habe sich massiv verschlechtert, sagte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos.

Nach Angaben von Aktivisten wurden am Donnerstag mindestens 62 Menschen von den Regierungstruppen getötet, die meisten davon in der Provinz Aleppo. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) berichtete, beim Abwurf von mindestens zwei Bomben sei am Mittwoch in der Ortschaft Azaz (Provinz Aleppo) ein ganzer Häuserblock in Trümmer gelegt worden. Mehr als 40 Zivilisten seien getötet, über 100 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder. (APA/Reuters/dpa)


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