Soldaten gesucht: Heer im Jobaufwind

Ein Besuch beim Heerespersonalamt in Innsbruck zeigt: Das Bundesheer bietet etliche freie Stellen. Das Interesse am Beruf Soldat ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – auch bei Frauen.

Von Ernst Spreng

Innsbruck –Die Auslands­einsätze des Bundesheeres dürften in den vergangenen Jahren das Image des Berufs Soldat wesentlich verändert haben. Das Interesse, einen Berufsweg beim Bundesheer einzuschlagen, steigt konstant an. Diesen Trend ortet Oberstleutnant Ralph Ettel, Wehrdienstberater beim Heerespersonalamt in Innsbruck. „Der Bedarf an neuen Berufssoldaten ist beim Bundesheer praktisch in allen Bereichen gegeben“, erklärt Ettel die Karrierechancen für Tiroler, die sich für eine Laufbahn beim Bundesheer interessieren. Ein Beispiel dafür ist der neu geschaffene Rette- und Bergezug in Absam, der als „Feuerwehr“ bei In- und Auslandseinsätzen fungiert. „Hier wurden gerade 30 neue Arbeitsplätze geschaffen, die noch nicht vollständig besetzt sind“, erzählt Ettel von einer der Möglichkeiten, die das Heer aktuell bietet.

In den meisten Fällen interessieren sich Bewerber beim Heerespersonalamt für die Unteroffizierslaufbahn. Unteroffiziere arbeiten in allen Bereichen des Bundesheeres. Wer mit dieser Karriere liebäugelt, muss mit einer rund zweijährigen Ausbildungszeit rechnen, in der er aber bereits ein Gehalt bezieht.

„Ganz gleich, welchen Weg man beim Bundesheer einschlagen will, Grundvoraussetzung ist natürlich die Tauglichkeit bei der Stellungskommission“, erklärt Ettel. „Wenn man sich dann freiwillig verpflichten will, kommt noch eine Eignungsprüfung dazu, welche die sportlichen, medizinischen und psychischen Voraussetzungen abklärt.“ Diese Eignungsprüfungen werden zentral für Österreich in Linz durchgeführt.

Der Weg zum Bundesheer steht seit einem Jahr auch jenen offen, die sich für Zivildienst entschieden haben. „Es gibt bereits einige Zivildiener, die nach dem Zivildienst diesen Weg eingeschlagen haben“, erzählt Ettel aus der Praxis. Auch bei den Frauen steige das Interesse am Heer stetig – aktuell seien rund 40 Tirolerinnen beim Bundesheer beschäftigt. „Die Zahlen bei Frauen sind leicht steigend. Oft ist es nicht fehlendes Interesse, sondern vielmehr eine gewisse Hemmschwelle, in einen klassischen Männerberuf einzutreten, die einer Karriere beim Bundesheer für Frauen noch im Weg steht. Aber sie sind herzlich willkommen“, meint der Wehrdienstberater.

Besonders groß ist das Interesse beim Heerespersonalamt am Thema Auslandseinsatz. Hier gibt es zwei Wege. Man kann sich drei Jahre für die Arbeit bei einer Kaderpräsenzeinheit verpflichten. Gleichzeitig erklärt man sich bereit, sechs Monate davon im Ausland zu verbringen. Die andere Möglichkeit ist die „formierte Einheit“. Das sind Spezialisten in verschiedenen Bereichen, die speziell für die sechs Monate des Auslands­einsatzes temporär beim Bundesheer sind. „Bei den formierten Einheiten muss man allerdings mit Wartezeiten rechnen“, erklärt Ettel. „Hier gibt es eine Warteliste.“

Besonders wichtig ist Wehrdienstberater Ettel das persönliche Gespräch. „Wer Interesse hat an einer Karriere im Bundesheer, der kann sich jederzeit bei uns im Heerespersonalamt informieren“, erklärt er.

Ein weiterer Service des Bundesheeres ist es, die Interessenten in speziellen Vorbereitungswochenenden auf die Eignungsprüfung vorzubereiten. „Dabei geht es vor allem um die sportlichen Voraussetzungen“, erzählt der Wehrdienstberater. „Nach diesem Wochenende bekommt man einen Trainingsplan mit nach Hause, der einen speziell auf die Prüfung vorbereitet.“ Besonders weibliche Interessenten nehmen dieses Angebot gerne in Anspruch.

Sehr hoch sind die Anforderungen an jene, die Interesse am Beruf Offizier haben. „Derzeit werden pro Jahr nur 40 neue Studierende aufgenommen“, erklärt Ettel. „Darum gibt es hier noch ein zusätzliches Auswahlverfahren.“


Kommentieren


Schlagworte