Dutzende Tote bei Arbeitskampf in südafrikanischer Mine

Die Auseinandersetzungen zwischen streikenden Arbeitern und Polizisten forderten dutzende Tote. Der Polizeiminister verteidigte den Einsatz.

Johannesburg - Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern einer südafrikanischen Platinmine sind am Donnerstag mehr als 30 Menschen getötet worden. Dies teilte die Polizei am Freitag mit. Ein Sprecher hatte zuvor gesagt, die Polizei habe in legitimer Selbstverteidigung gehandelt, als sie das Feuer auf eine Gruppe von Arbeitern eröffnete, die sie mit Schusswaffen und anderen Waffen angriffen.

Mit Macheten und Knüppeln

Die Polizisten hatten am Vortag das Feuer auf etwa 3000 mit Macheten und Knüppeln bewaffnete Kumpel eröffnet, die sich weigerten auseinanderzugehen. Polizeiminister Nathi Mthethwa verteidigte den Einsatz, der in seiner Härte an die Polizeibrutalität an das Apartheidsregime der weißen Minderheit erinnerte. Aus der Menge heraus sei auf die Beamten geschossen worden, die zurückgeschossen hätten. Präsident Jacob Zuma äußerte sich entsetzt über den Polizeieinsatz. „Wir sind geschockt und bestürzt über diese sinnlose Gewalt“, so Zuma.

Hunderte schwer bewaffnete Polizisten sicherten am Freitag das Zechengelände ab. Zu ihrer Unterstützung waren gepanzerte Fahrzeuge im Einsatz und kreisten Hubschrauber am Himmel. Mitarbeiter der Kriminalpolizei suchten am Tatort nach Beweismitteln und sammelten blutbeschmierte Macheten und Speere ein.

Kampf zwischen konkurrierenden Gewerkschaften

Der in London ansässige Lonmin-Konzern stellte in seinen Platinwerken, die zwölf Prozent zur weltweiten Förderung des Edelmetalls beitragen, die Produktion ein. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte seit der Eskalation eines Streits zweier rivalisierender Gewerkschaften um mehr als 13 Prozent ab. Die streikenden Arbeiter fordern eine 200-prozentige Lohnerhöhung und gehören einer neuen Gewerkschaft an, die gegen die Dominanz der mächtigen National Union of Mineworkers opponiert, die eng mit dem regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) verbündet ist. Bereits vor dem tödlichen Einsatz am Donnerstag waren bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Arbeiterorganisationen zehn Menschen, darunter zwei Polizisten zu Tode gekommen. Einige wurden verbrannt oder zu Tode gehackt. Beobachter sprechen auch von einem Kampf zwischen konkurrierenden Gewerkschaften. (APA/Reuters/dpa)

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