Anzeige wegen Grillabend

Das Offenhalten eines Gastgartens ist bis 22 Uhr erlaubt. Bei einer Beschwerde muss die Polizei vor Ort Nachschau halten. Dies führt zur Verwirrung der Gäste und ärgert die Westendorfer Hotelierin.

Von Verena Hofer

Westendorf –Gemütlich im Garten sitzen und den lauen Sommerabend genießen. Nicht nur im Süden sind die Temperaturen dementsprechend, auch bei uns gibt es die Möglichkeit. Im Laufe der Jahre haben immer mehr Hoteliers Grillabende eingeführt, um ihren Gästen etwas zu bieten. Auch in Westendorf ist dies der Fall. Eine Anzeige wegen Ruhestörung um 21 Uhr störte den gemütlichen musikalischen Abend.

„Die Polizei ist mit dem Auto aufgrund einer Beschwerde vorgefahren“, erklärt Wirtin Christl Briem im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Nach einem Gespräch vor Ort stellte sich heraus, dass alles rechtens war. „Trotzdem war der Einsatz für die Gäste ungemütlich“, sagt die Hotelierin. Wenn das Wetter passt, dann sitzen rund 70–80 Gäste einmal in der Woche im Gastgarten und genießen den Sommerabend mit frisch Gegrilltem. „Es ist keine Großveranstaltung“, erzählt Briem und ergänzt, dass es für sie wichtig ist, auch den Hotelgästen ein Angebot im Haus anzubieten.

Von der Anzeige hat auch Bürgermeister Anton Margreiter bereits gehört. „Die Wirtin hat mich angerufen und darüber informiert“, sagt der Ortschef. Gesetzlich erlaubt ist das Offenhalten bei einem Gastgarten, der auf öffentlichem Grund steht, von 8–23 Uhr. Bei Privatgrund wird die Zeit mit 22 Uhr vom Gesetz her beschränkt. Ausnahmen kann der Bürgermeister bei Bewilligungen erlassen. „Beim wöchentlich stattfindenden Bauernmarkt am Donnerstag ist der Verkauf bis 22:30 Uhr erlaubt“, erörtert Margreiter. Ausnahmen werden auch bei Jubiläumsfeiern von Firmen und Vereinen gemacht. „Bis jetzt sind mir nie Beschwerden von Anrainern zu Ohren gekommen“, sagt der Ortschef. Er stellt aber klar, dass Wes-tendorf ein Tourismusort ist und für Gäste auch etwas geboten werden muss.

In die gleiche Kerbe schlägt TVB-Geschäftsführer Max Salcher: „Wir leben alle vom Tourismus und es ist wichtig, die Gäste zufrieden zu stellen.“ Bis zu ihm sind noch keine Beschwerden wegen Ruhestörung bzw. Lärmbelästigung vorgedrungen. „Dafür hätte ich auch überhaupt kein Verständnis“, stellt Salcher klar und fügt hinzu, dass man mit solchen Anzeigen den Ort weh tut.

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Die Polizei muss jeder Anzeige vor Ort nachgehen. Beim Posten in Westendorf gibt es jedoch wenig Einsätze wegen Beschwerden zu Ruhestörungen. Auf Anfrage beim Bezirkspolizeikommando Kitzbühel konnten keine genauen Zahlen zu den Anzeigen genannt werden. „Je schöner das Wetter, desto mehr Anzeigen müssen wir bearbeiten“, heißt es von Seiten der Beamten..


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