Mullah Omar lobte Sommeroffensive der Taliban

Der Taliban-Chef hat in einer seltenen Botschaft die „Erfolge“ seiner Bewegung gegen die NATO-Truppen in Afghanistan verkündet.

Kabul - Taliban-Kommandeur Mullah Omar hat in einer seltenen Botschaft die „Erfolge“ seiner Bewegung im Kampf gegen die NATO-Truppen in Afghanistan gelobt. In der seitenlangen Botschaft, die am Freitag kurz vor dem islamischen Fest zum Fastenbrechen im Internet veröffentlicht wurde, erklärte er, die Sommeroffensive der radikalislamischen Aufständischen sei „einmalig“, da sie alle Bereiche des Landes erreicht habe. Ausländische und afghanische Kräfte seien vielerorts gezwungen gewesen, ihre Posten zu räumen.

Der einäugige Taliban-Chef, der in Pakistan vermutet wird, äußerte sich auch zu der zunehmenden Zahl von Angriffen von Männern in den Uniformen der afghanischen Sicherheitskräfte auf NATO-Soldaten. Dies sei das Ergebnis einer Infiltration der Sicherheitskräfte durch Taliban-Kämpfer, erklärte Omar. In diesem Jahr wurden bereits 37 NATO-Soldaten durch solche Angriffe getötet.

Verhandlungen mit USA abgebrochen

Zu Verhandlungen mit den USA erklärte der Taliban-Chef, diese hätten nicht bedeutet, dass die Aufständischen „sich unterworfen oder ihre Ziele aufgegeben haben“. Derlei Verhandlungen hätten vielmehr zum Ziel, einen Gefangenenaustausch anzustoßen und eine politische Vertretung der Aufständischen einzurichten. Die Taliban selbst hätten diese Gespräche aber in diesem Jahr abgebrochen.

Die Taliban lehnen offiziell direkte Gespräche mit der afghanischen Regierung von Präsident Hamid Karzai ab, da diese aus ihrer Sicht illegitim ist. Nach Angaben aus den USA gab es in der Vergangenheit aber immer wieder Verhandlungen zwischen Washington, Kabul und den Aufständischen. (APA/AFP)


Kommentieren


Schlagworte