Zwei Kristalle im Würgegriff

Von Edith Schlocker...

Von Edith Schlocker

Wattens –Wie es sich für einen märchenhaften Riesen gehört, ist auch das Reich des in den Wattener Kristallwelten residierenden von einem schönen großen Park umgeben, in dem so allerhand Skulpturales herumsteht. Schräges von Alois Schild genauso wie Kultisches von Bruno Gironcoli, Poetisches von Sylvie Fleury oder Modulares von Thomas Bayrle. Dazu gesellt sich seit Kurzem mit dem Skulpturenduo „airs and graces“ von Georg Herold etwas wieder vollkommen anderes.

Der 65-jährige Deutsche, der bei Sigmar Polke in Hamburg studiert hat und heute selbst an der Düsseldorfer Kunstakademie auf einem Lehrstuhl für Bildhauerei sitzt, ist international umtriebig und durch seine Ausstellungen in der Galerie Widauer auch in Innsbruck kein Unbekannter.

Wo sich Georg Herold als fabelhafter Blasphemiker geoutet hat, als Spieler mit Materialien, die an sich so gar nichts Künstlerisches an sich haben. Wenn er etwa aus Dachlatten, alten Strumpfhosen, Gummiringen oder Kochtöpfen Skulpturen baut oder hehre Statussymbole ebenso intelligent wie vergnüglich missbraucht, um der Gesellschaft einen demaskierenden Spiegel vor die Nase zu halten.

Die zwei Skulpturen, die Georg Herold für den Park der Kristallwelten gebaut hat, schauen auf einen ersten Blick wie Vogelscheuchen aus. In Wirklichkeit sind es zwei riesige in Bronze gegossene Arme, die wie einfache, mit Leinen überzogene Holzlatten aus der Wiese ragen. Ihre Hände umschließen jeweils einen großen Kristall. Die eine in einem dramatisch fordernden Gestus, während die andere das glitzernde Ding liebevoll beschützend umschließt.

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