Konflikt um Heli-Flüge im Nationalpark

Die Landesumweltanwaltschaft vermutet, dass ausländische Piloten an den Übungsflügen im Schutzgebiet teilnehmen.

Innsbruck –Ein ungleiches Match: Hubschrauber auf der einen, Steinadler auf der anderen Seite. Neuerlich wirbeln die Helikopterübungen des Bundesheers im Nationalpark Hohe Tauern jede Menge Staub auf. Heuer will die Landesumweltanwaltschaft (LUA) dem Militär die Flügel stutzen. Und fragt sich vor allem, ob an diesen Lehrgängen überhaupt österreichische Piloten teilnehmen.

Für die LUA ist jeder Flug im Schutzgebiet einer zu viel. Sollten Ausländer an diesen Flügen teilnehmen, dann stünde auch die bisherige Verteidigungslinie des Heers, wonach die Übungen für spätere Einsätze nötig seien, auf schwachen Beinen. Die langfristigen Folgen der Übungen für die Tierwelt sind für den stellvertretenden Landesumweltanwalt Walter Tschon schon jetzt klar: „Wissenschaftliche Untersuchungen belegen mittlerweile eindeutig die negativen Auswirkungen auf die Tierwelt. Dies schädigt Steinadler, Bartgeier und Schneehühner im Schutzgebiet.“ Darum wird auch heuer gegen den naturschutzrechtlichen Bewilligungsbescheid berufen. Tiroler Naturschutzgesetz, Naturschutzverordnung, Nationalparkgesetz, Alpenkonvention sowie die europaweite Natura-2000-Gesetzgebung würden eindeutig gegen derartige Flüge sprechen. „Umso mehr, wenn die Vermutungen zutreffen sollten, dass vor allem ausländische Piloten üben.“ Tschon ist gespannt, wie die Berufungsbehörde entscheidet und welches Ergebnis die Überprüfung der Pilotenzugehörigkeit ergibt.

Tirols Militärkommandant Herbert Bauer sagt, es sei „schon vorgekommen, dass auch ausländische Piloten geübt haben. Die überwiegende Masse der Teilnehmer ist aber aus Österreich.“ Warum die Übungsflüge nicht in einem anderen Gebiet gemacht werden können? Bauer: „Das ist auch eine Frage der Flugsicherheit. Um überhaupt die Berechtigung zu haben, in diesem Gebirgsstock zu fliegen, muss man auch darin üben. Wir hatten hier schon mehrere Assistenzeinsätze und müssen das daher auch vor Ort trainieren. Im Einsatzfall müssen wir ohnehin in das Gebiet fliegen.“

Beim Thema Hubschrauberflüge gehöre der Landesumweltanwalt früher eingebunden, meint Peter Haßlacher vom Alpenverein. Der jahrelangen Auseinandersetzung zwischen Heer und Umweltanwaltschaft könne so besser begegnet werden. (mw, aheu)


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