In Alpbach gab‘s Applaus für Europa

Beim 68. Forum Alpbach rückte die Europaregion Tirol näher zusammen, auch wenn das Trentino dem Forum fernblieb. Die Zusammenarbeit über Grenzen hinweg wurde von den Landeschefs gepriesen.

Von Anita Heubacher

Alpbach –Auch wenn das Forum mit Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (VP) einen neuen Präsidenten hat, fühlte es sich gestern so an wie immer: Nach dem Gottesdienst folgte die Eröffnung des Forums am Vorplatz der Kirche mit Musik und Schützenkompanie.

Dennoch bekam der Tirol-Tag heuer eine neue Note, er sollte zum Europaregion-Tirol-Tag werden. Allerdings ließ sich der Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dellai entschuldigen. Das Forum steht heuer unter dem Generalthema „Erwartungen – die Zukunft der Jugend“.

Tirols LH Günther Platter erklärte, er habe Verständnis, dass Südtirol auf dem Weg zur Vollautonomie sei. Die Sparpläne Roms sind Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder ein Dorn im Auge. Er sieht im Vorgehen der Regierung von Mario Monti in Rom eine Verletzung der Autonomie Südtirols.

Gestern wurde die Wichtigkeit der Europaregion daher umso stärker betont. „Wir arbeiten so gut zusammen wie schon seit 100 Jahren nicht mehr“, erklärte Platter. Im Oktober wollen die Alpenregionen eine umfassende Alpenstrategie vorlegen. Platter hat derzeit den Vorsitz in der Arge Alp. Die Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer wurde 1972 von Altlandeshauptmann Eduard Wallnöfer gegründet.

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Europa mit Leben zu erfüllen, dafür plädierte Südtirols LH Luis Durnwalder. „Ziel ist es, die Schranken im Herzen abzubauen.“ Wenn immer so viel auf Europa geschimpft werde, solle man halt auch einmal bedenken, dass dies ohne das gemeinsame europäische Projekt nicht möglich geworden wäre. „Es ist noch nicht so lange her, da mussten wir für unsere Sprache und für unserer Traditionen kämpfen“, meinte Durnwalder.

Franz Fischler möchte das Forum europäischer machen, wie er im Vorfeld erklärte. Er hob in seiner Eröffnungsrede frei nach dem Generalthema die Jugend hervor. Diese brauche „mehr Stimme und mehr Möglichkeit, sich einzubringen“. Jugendliche aus 50 Staaten, von Albanien bis Vietnam, nehmen laut Fischler an der Seminarwoche in Alpbach teil.

In Richtung seines Vorgängers als Präsident des Forums meinte Fischler: „Der Geist von Alpbach hat dort geweht, wo er wollte.“ Zwölf Jahre lang hat Busek das Forum geleitet. Der frühere ÖVP-Chef wurde dafür zum Ehrenbürger von Alpbach ernannt. Eine weitere Auszeichnung könne es nicht geben, meinte Fischler. „Der Herr ist ausdekoriert.“

Fischler hatte sich ebenso wie Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle in aller Herrgottsfrühe zum Gratlspitz aufgemacht. Um 4.30 Uhr ging es los, geführt wurde die Gruppe von Bergsteigerlegende Peter Habeler.

Diese Woche stehen noch die Perspektivengespräche an, zu denen US-Starökonom Jeremy Rifkin erwartet wird. Zu den Technologie-Gesprächen ab Mitte der Woche kommt Physik-Nobelpreisträger Robert B. Laughlin.


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