Erneut Angriffe auf syrische Rebellenhochburgen

Bei einem Luftangriff auf einen Stützpunkt der Aufständischen waren am Mittwoch nach Angaben der Beobachtungsstelle fast 40 Menschen getötet worden.

Die syrische Luftwaffe hat laut Syrischer Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London am Samstag erneut einen Angriff auf die Rebellenhochburg Azaz im Norden des Landes geflogen. Bei einem Luftangriff auf einen Stützpunkt der Aufständischen in der 70.000-Einwohner-Stadt nahe der türkischen Grenze waren am Mittwoch nach Angaben der Beobachtungsstelle fast 40 Menschen getötet worden.

Wie die der Opposition nahestehende Organisation weiter mitteilte, war auch die Handelsmetropole Aleppo am Samstag unter Beschuss der Regierungstruppen. Zudem seien das Stadtviertel Khaldiye der Rebellenhochburg Homs sowie die Stadt Hirak in der südlichen Provinz Daraa beschossen worden. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden am Freitag bei landesweiten Kämpfen 129 Menschen getötet: 90 Zivilisten, zehn Rebellen und 29 Soldaten.

Unterdessen haben die verbliebenen UNO-Beobachter mit dem Rückzug aus dem Land begonnen. Die Beobachtermission endet nach einer Entscheidung des Weltsicherheitsrats am Sonntag. Der UNO-Sicherheitsrat hatte angesichts der gescheiterten internationalen Bemühungen um eine Eindämmung der Gewalt in Syrien das Ende der Beobachtermission beschlossen. Die Vereinten Nationen wollen nun ein kleines Verbindungsbüro in dem Land belassen, das künftige Friedensbemühungen unterstützen soll.

Russland wird nach eigenen Angaben keine neuen Waffenverträge mit Syrien abschließen. „Wir haben schon oft gesagt, dass wir alte Kontrakte erfüllen. Neue werden wir aber vorerst nicht abschließen“, sagte Außenminister Lawrow in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Fernsehsender Sky News Arabia. Der Westen wirft Moskau vor, das syrische Regime von Machthaber Assad im Kampf gegen die Aufständischen mit Waffen zu versorgen. Eine Flugverbotszone über dem arabischen Land, wie sie die Rebellen fordern, lehnte Lawrow als „Verletzung der UNO-Charta“ scharf ab.


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