Beim TT-Café auf dem Lienzer Hauptplatz ging es heiß her

Unter strahlend blauem Himmel lud die TT vor der Liebburg zum informativen und geselligen Gratis-Frühstück mit interessanten Gästen.

Bilder im Uhrzeigersinn: TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern (l.) mit Leo Baumgartner. Bei den Brotbuben gab es frisches Gebäck für alle. Peter Raneburger kam mit Tochter Miriam. Vize-BM Karl Kashofer beim Interview auf der Bühne, ebenso wie Hermann Unterdünhofen. Moderator Kurt Arbeiter (l.) mit Kommandant Gerhard Pfeifer.

Von Claudia Funder

Lienz –Die Sonnenstadt Lienz machte ihrem Namen alle Ehre und erwies sich gestern auch wettermäßig als äußerst einladend. Zahlreiche Besucher waren zum TT-Café in die Innenstadt geströmt. Wie groß der Ansturm war, davon zeugten am Ende des Vormittags 900 ausgeschenkte Tassen Kaffee von Testa Rossa, 500 verteilte Flaschen Montes Mineralwasser sowie 1200 Stück gereichte Backwaren von den Brotbuben. Dazu sorgte die Formation „Prime Time“ mit einem Hit-Mix und die locker-lässige Moderation von „Life Radio“-Voice Kurt-Arbeiter für beste Frühstückslaune.

Eine spannende Auswahl an unterschiedlichen Gästen, die TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern zum Interview auf die Bühne bat, machte den Vormittag aber auch informativ. Man gab sich durchwegs offen, auskunftsfreudig und entspannt.

Gleich zu Beginn stand Hermann Unterdünhofen, Geschäftsführer der Dolomitengolf Osttirol GmbH, Rede und Antwort. Er sprach über den geplanten Ausbau des Golfplatzes zur 36-Loch-Anlage und damit zu einer der größten Österreichs. Der kleine weiße Ball wird übrigens großteils von Auswärtigen versenkt. Unterdünhofen: „Etwa 70 Prozent sind Gäste, die urlaubs- und einstiegsmäßig zu uns kommen.“ Bereits zum achten Mal werde am 15. September für den guten Zweck gespielt. Das Charity-Event „Golfen mit Herz“ habe bisher, freut sich Unterdünhofen, über 200.000 Euro eingebracht.

Den Spiegel vorhalten, aber keineswegs provozieren möchte der Matreier Künstler Peter Raneburger mit seinen Werken. Der unbequeme Zeitgenosse, der derzeit an den Projekten „Road Animals“ und „Bones“ arbeitet, war mit seinen Themen wiederholt auf Ablehnung gestoßen. Raneburger: „Kritik ist ein wichtiger Teil meiner Kunst, das Gegenüber muss aber auch zuhören.“ Trotz Bodenständigkeit sei, betonte der kreative Geist, „der Blick über den Tellerrand zwingend notwendig“.

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Auf so manchen Widerstand stößt in Osttirol auch Leo Baumgartner, seines Zeichens Filmlocation-Scout. Der Mann, den Hollywood anruft, wenn man Bergkulissen sucht: „Osttirol ist für Filmproduktionen leider oft auch Sperrgebiet.“ Er sprach jenen Riegel an, der für Aufnahmen im Nationalpark vorgeschoben wird. So wurden vor einigen Jahren etwa Dreharbeiten für den Film „Season of the witch“ mit Nicolas Cage im Innergschlöß abgesagt, der Streifen wurde schließlich in Salzburg realisiert. „Es wird mit gezinkten Karten gespielt“, erklärt Baumgartner, der auch als Pionier mit seiner selbst entwickelten Seilbahn-Kamera für Furore sorgte.

Einer völlig anderen Zunft gehört Gerhard Pfeifer an, auf dessen Kommando seit drei Jahren die Soldaten des Jägerbataillons 24 hören. Er wird – die TT berichtete – in Kürze als stellvertretender Militärkommandant von Tirol nach Innsbruck wechseln. Leicht fällt der Abschied nicht: „Ich gehe mit Wehmut, weil mir die Osttiroler ans Herz gewachsen sind.“ Es gelte, 24 zu halten, betont Pfeifer: „In dieses Bataillon hat der Steuerzahler gut investiert. Es hat sich beim Hilfsein­satz der Soldaten nach der Mure in Virgen wieder gezeigt, wie stark wir vor Ort sind.“

Die Obfrau des Vereins „Hand in Hand“, Pia Schlichenmaier, war mit Sohn Jonas der TT-Einladung gefolgt und erzählte über so manche Hürde, mit der Eltern von behinderten Kindern im Alltag zu kämpfen haben: „Ich sehe Veränderungen zum Besseren, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Diskussionen über Down-Syndrom-Bluttests und Ablehnung der Zusatzversicherung verfolge sie mit Sorge. „Es ist keine Krankheit, sondern eine genetische Veränderung.Jonas leidet nicht am Down-Syndrom sondern an Einschränkungen, die er erfährt.“

ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Charly Kashofer war dankenswerter Weise spontan für den erkrankten Vize-BM Meinhard Pargger eingesprungen. Auf die Frage nach der Zusammenarbeit im Gemeinderat erklärte Kashofer: „Über 90 Prozent der Beschlüsse werden einstimmig gefasst. Man muss gut zusammenarbeiten, es geht um die Zukunft von Lienz.“ In puncto Schwimmbad sei es wichtig, dass die Finanzierung bald stehe. Das Projekt habe Priorität.

Mit Life-Musik und gemütlichem Plaudern an den Tischen klang das diesjährige TT-Café vergnüglich aus.


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