OAS-Außenminister beraten Fall Assange

Ins diplomatische Tauziehen um den Wikileaks-Gründer Julian Assange will sich nun auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) einschalten. Die OAS berief für kommenden Freitag eine Dringlichkeitssitzung der amerikanischen Außenminister ein. Dabei soll über den Streit wegen des diplomatischen Asyls für Assange in der ecuadorianischen Botschaft in Großbritannien beraten werden.

23 OAS-Staaten sprachen sich am Freitag (Ortszeit) für das Treffen aus. Dagegen stimmten die USA, Kanada sowie Trinidad und Tobago.

Ecuador hat dem 41 Jahre alten Australier Assange, der sich vor rund acht Wochen in die Botschaft geflüchtet hatte, diplomatisches Asyl gewährt. Der Fall war zu einem Streit zwischen Ecuador, Großbritannien und Schweden ausgeartet.

Die ecuadorianische Nationalversammlung verurteilte das Verhalten Großbritanniens in einer offiziellen Erklärung. Die Drohung, zur Festnahme von Assange notfalls in die Botschaft des Landes in London einzudringen, stelle einen „Angriff auf die nationale Souveränität“ dar und sei ein Verstoß gegen internationales Recht, heißt es in der Erklärung, die das Parlament am Freitag (Ortszeit) beschloss.

Der britische Außenminister Hague hatte zuvor gesagt, es gebe keine solche Drohung. Großbritannien müsse aber seine internationalen Verpflichtungen erfüllen. Gegen Assange existiert ein EU-weiter Haftbefehl aus Schweden wegen des Verdachts auf Sexualdelikte, die der 41-Jährige bestreitet.

Der Australier befürchtet, letztlich an die USA ausgeliefert und dort wegen der brisanten Enthüllungen der Wikileaks-Internetplattform über die Kriegsführung im Irak und in Afghanistan wegen Spionage verfolgt zu werden. Seine Ausreise nach Ecuador will Assange notfalls vor dem Internationalen Gerichtshof erstreiten.


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