„Insolvent. Na und?“: Heißer Herbst für Neckermann

Die Zukunft des insolventen deutschen Versandhändlers Neckermann entscheidet sich in den kommenden vier Wochen. „Ohne einen Investor ist bei Neckermann.de im Herbst Schluss“, sagte Firmen-Chef Henning Koopmann der „Wirtschaftswoche“. Und das, obwohl die Geschäfte auch aufgrund einer frechen Werbekampagne in den letzten Wochen wieder besser laufen.

Die Geschäfte hätten durch die Maßnahmen der vorläufigen Insolvenzverwaltung stabilisiert werden können, doch „aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen“, betonte Koopmann. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Samstag Koopmanns Einschätzung.

In den ersten Tagen nach der Insolvenzanmeldung waren die Bestellungen bei Neckermann eingebrochen, laut Koopmann lagen sie vorübergehend um rund 66 Prozent unter dem Vorjahreswert. Aktuell zögen die Bestellungen wieder an - sie lägen nur noch 13 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Als eine der Ursachen für die Entwicklung nannte Koopmann die offensive Werbekampagne des Unternehmens, bei der mit Slogans wie „Insolvent. Na und?“ gearbeitet wird. Bei einigen Vertriebspartnern und Mitarbeitern habe dies zwar durchaus für Kopfschütteln gesorgt, sage Koopmann. Insgesamt sei die Kampagne aber gut aufgenommen worden. „Das Wichtigste: Die Kunden bestellen jetzt wieder mehr.“

Der traditionsreiche Versandhändler hatte im Juli Insolvenz angemeldet, nachdem der Eigentümer, der US-Finanzinvestor Sun Capital, kein weiteres Geld für die nötige Sanierung zur Verfügung gestellt hatte. In Deutschland stehen nach letzten Angaben des zahlungsunfähigen Unternehmens etwa 2.250 Arbeitsplätze am Hauptsitz Frankfurt am Main und in Heideloh (Sachsen-Anhalt) auf der Kippe.


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