Missbrauchsvorwürfe: Tiroler Bundesheer setzt Kommission ein

Eine 16-jährige Heiminsassin soll vor mehr als 40 Jahren von Soldaten vergewaltigt worden sein.

Innsbruck - Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Soldaten hat das Militärkommando Tirol am Sonntag die Einrichtung einer Untersuchungskommission angekündigt. In der Sonntagausgabe des „Kurier“ berichtete eine heute 61-jährige Tirolerin, vor mehr als 40 Jahren als Insassin des berüchtigten Kinderheimes St. Martin in Schwaz mehrmals vergewaltigt worden zu sein. Das Bundesheer will diesen Vorwürfen nachgehen und diese überprüfen, kündigte Militärkommandant Herbert Bauer in einer Aussendung an.

Die damals 16-Jährige berichtete im Kurier von Kostümfesten, zu denen auch Angehörige des Bundesheeres eingeladen gewesen seien. In einem Nebenzimmer sei es dann zu den Übergriffen gekommen.

Militärkommandant Bauer zeigte sich „erschüttert“ über diese Vorwürfe. Da nicht ausgeschlossen werden könne, dass es weitere Opfer gebe, wurde eine Telefonnummer eingerichtet, an die sich Betroffene vertraulich wenden können: 0810 300 490.

Das frühere Kinderheim des Landes steht seit Monaten in der Kritik. Zuletzt war von Arbeitseinsätzen von Jugendlichen bei mehreren Unternehmen berichtet worden. Die für diese Arbeitsleistungen bezahlten Löhne sollen den damaligen Jugendlichen vorenthalten worden sein, hatten Betroffene erzählt. (APA)


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