Forum Alpbach mit neuem Präsidenten Fischler eröffnet

Die Zukunft der Jugend ist das Generalthema des diesjährigen Forums, bei dem bis 1. September diskutiert werden soll.

Alpbach - Mit der üblichen Folklore aber mit einem neuen Präsidenten ist das 68. Forum Alpbach am Sonntag nun auch offiziell eröffnet worden. Unter dem Generaltitel „Erwartungen - die Zukunft der Jugend“ wird bis 1. September von hunderten Politikern und Experten in diversesten Arbeitskreisen diskutiert. Geleitet wird die Veranstaltung erstmals vom früheren EU-Kommissar Franz Fischler.

Die vergangenen zwölf Jahre hatte der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek (V) das Forum präsidiert. „Der Geist von Alpbach hat dort geweht, wo er wollte“, witzelte Fischler bei der Eröffnung Sonntagvormittag. Der frühere ÖVP-Chef wurde dafür dieser Tage zum Ehrenbürger von Alpbach ernannt. Mehr ging dann nicht mehr: „Der Mann ist ausdekoriert“, scherzte Fischler.

Eingeleitet worden war der sogenannte „Tirol-Tag“ von einer Wanderung auf den Gratlspitz. Fischler war mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) bereits um halbfünf des Morgens aufgebrochen, um an der Seite von Starbergsteiger Peter Habeler den Alpbacher Hausberg zu erklimmen und den Sonnenaufgang an dem prächtigen Sommertag zu bewundern.

Auch bei der Eröffnung wurden die Klischees bemüht. Nach einem vom Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer zelebrierten Gottesdienst spielte die Blasmusik, die Schützen schossen und die Festredner beschworen die Zusammenarbeit Tirols auch über die Staatsgrenzen hinweg, wobei Tirols Landeshauptmann Günther Platter (V) „Verständnis“ dafür aufbrachte, dass Südtirol den Weg Richtung Voll-Autonomie gehe.

Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder betonte wiederum, dass die Zusammenarbeit aller Teile Tirols nun so gut funktioniere wie noch nie. Wenn immer so viel auf Europa geschimpft werde, solle man halt auch einmal bedenken, dass dies ohne das gemeinsame europäische Projekt nicht möglich geworden wäre.

Fischler hob in seinen Eingangsworten hervor, dass man auch angesichts des heurigen Generalthemas der Jugend bei den Diskussionen entsprechend Stimme geben wolle. An der ins Forum integrierten Seminarwoche werden Jugendliche aus 50 Staaten - von Albanien bis Vietnam - mitwirken.

Bereits im Laufen sind in Alpbach die Gesundheitsgespräche, zu denen praktisch alle wichtigen Player im österreichischen Gesundheitswesen angereist sind. Als nächste größere Veranstaltung beginnen am Montag die „Perspektivengespräche“, die unter anderem mit dem US-Starökonomen Jeremy Rifkin aufwarten können.

Zu den Technologie-Gesprächen ab Mitte der Woche wird unter anderem Physik-Nobelpreisträger Robert B. Laughlin erwartet. Die politischen Gespräche bringen Bundespräsident Heinz Fischer und seinen kroatischen Amtskollegen Ivo Josipovic nach Alpbach, die Wirtschaftsgespräche EU-Kommissionspräsident Jose Emanuel Barroso, Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V). Überhaupt zeigen sich beinahe die ganze Regierung und fast alle nennenswerten Größen aus Österreichs Banken-, Justiz und Wissenschaftsszene zumindest kurz bei der gut zweiwöchigen Tagung im selbst ernannten „Denkerdorf“. (APA)


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