Khamenei bezeichnet Israel erneut als „Krebstumor“

Ungeachtet scharfer internationaler Kritik hat Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei Israel am Sonntag erneut als „Krebstumor“ bezeichnet. „Die Großmächte haben das Schicksal der islamischen Länder über Jahre bestimmt (...) und den Zionistischen Krebstumor im Herzen der islamischen Welt installiert“, sagte Khamenei in einer Rede zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Israel sei der Ursprung „vieler der Probleme der islamischen Welt“, sagte das Staatsoberhaupt. Khamenei warnte in seiner Rede vor einer „gefährlichen Verschwörung“ des Westens, die in der Frage Israels die islamischen Staaten zu spalten suche. Er warf den „Großmächten“ vor, die Taktik des „teile und herrsche“ anzuwenden, äußerte jedoch die Erwartung, dass die Aufstände in der arabischen Welt die Situation grundlegend ändern würden. Verbale Angriffe auf Israel gehören im Iran seit der islamischen Revolution von 1979 zum festen Bestandteil politischer Reden.

Israel fürchtet, dass die iranische Führung, sollte sie an eine Atombombe gelangen, diese gegen Israel einsetzen könnte. In den vergangenen Tagen verschärfte sich in Israel die Diskussion um einen Präventivschlag gegen die iranischen Atomanlagen. Der Iran bestreitet, am Bau einer Atombombe zu arbeiten, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.

Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte erst am Freitag in einer Rede zum Al-Kuds-Tag Israel als „Krebstumor“ bezeichnet, der zweifellos bald verschwinden werde. Am Mittwoch hatte Khamenei selbst Israel einen „künstlichen zionistischen Auswuchs“ genannt. Der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ebenso wie die Regierungen mehrerer westlicher Länder verurteilten die Äußerungen in aller Schärfe.


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