Franzosen zweifeln am Präsidenten

Frankreichs neuer Präsident Hollande fällt trotz innenpolitischer Erfolge in Umfragen zurück.

Paris –Knapp 100 Tage im Amt und schon hat der französische Präsident François Hollande massiv an Popularität eingebüßt. Eine aktuelle, von der konservativen Zeitung Le Figaro in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass nur 46 Prozent der Franzosen mit der Amtsführung ihres Präsidenten zufrieden sind. Gewählt wurde er von 52 Prozent.

Ein ungerechtes Urteil möchte man meinen, hat Hollande seit seiner Amtseinführung am 15. Mai doch eine Reihe von innenpolitischen Reformen umgesetzt: Die Vermögenssteuer für Wohlhabende mit einem Vermögen von mehr als 1,3 Mio. Euro erhöht, die Grenze für die Befreiung von Erbschaftssteuer von 160.000 auf 100.000 Euro gesenkt, die noch von Nicolas Sarkozy durchgesetzte Mehrwertsteuererhöhung ebenso zurückgenommen wie dessen Steuerbefreiung für Überstunden oder die Erhöhung des Pensionsantrittsalters.

Allerdings sind es nicht die innenpolitischen Reformen, die Hollande Probleme bereiten. 92 Prozent seiner Wähler aus der ersten Runde sind der Meinung, Hollande habe seine Wahlkampfversprechen bisher umgesetzt. Die Franzosen scheinen aber zu glauben, dass ihr Präsident mit der Wirtschafts- und Schuldenkrise überfordert ist.

51 Prozent glauben nicht, dass er mit seinen EU-Kollegen eine Lösung für die Eurokrise finden wird. 60 Prozent bezweifeln, dass er die Staatsschulden in den Griff bekommt. Und in der Außenpolitik tun die bei der Wahl unterlegenen Konservativen alles, um Hollande den Stillstand in der Syrien-Politik anzulasten. Sein Vorgänger Sarkozy war eine treibende Kraft der Libyen-Intervention gewesen und fordert von Hollande jetzt eine ähnliche Vorgangsweise in Syrien. (TT, APA)

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