Verstärkung gegen den freien Fall

Nach der blamablen 2:3-Heimniederlage gegen Wr. Neustadt liegt der FC Wacker Innsbruck am Tabellenende und sucht nach einem Ausweg aus der Krise. Fakt ist, dass es so nicht weitergehen kann.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –„Das war wirklich nur ganz schwer zu verdauen. Das hat mich ganz schön mitgenommen“, machte Wacker-Obmann Kaspar Plattner auch gestern noch kein Hehl daraus, dass ihn die 2:3-Heimniederlage gegen Wr. Neustadt schwer getroffen hat. „Zweimal geführt und doch gegen einen direkten Konkurrenten verloren. Statt den Anschluss ans Mittelfeld zu vollziehen, stecken wir jetzt hinten fest“, ist auch für Sportdirektor Oliver Prudlo die Situation eine bedrohliche. Und Trainer Walter Kogler sieht im katastrophalen Defensivverhalten den Grund des Übels: „Da fehlt uns die nötige Stabilität.“ Der Istzustand des Tiroler Traditionsklubs ist beschämend, eine Reaktion auf den freien Fall und eine Fehleranalyse sind das Gebot der Stunde.

Verstärkung: „Ich habe schon zwei, drei Kandidaten zur Stärkung der Defensive im Kopf. Das muss allerdings intern noch geklärt werden. Der österreichische Markt gibt nicht viel her, da wird man schon im Ausland aktiv werden müssen“, könnte sich Prudlo schon vorstellen, den Wunsch des Trainers bezüglich zugeführter Qualität im Defensivbereich zu erfüllen. Der Obmann muss erst überzeugt werden. „Zuerst muss ich wissen, wen man sich vorstellt. Einen Klassespieler werden wir uns nicht leisten können und irgendeinen zu holen, macht doch keinen Sinn“, so Plattner, dem die unerklärlichen Ballverluste, Fehlpässe und kapitalen Abwehrfehler so wie den meisten Fans im Tivoli an die Nieren gingen. Die Trainerfrage stelle sich für den Obmann nicht, aber ändern müsse sich baldigst etwas.

Leitwolf: Was dem FC Wacker fehlt, sind ein oder mehrere Leitwölfe im Team. Routiniers wie Tomas Abraham, Carlos Merino oder Martin Svejnoha haben mit sich selbst genug zu kämpfen. Es fehlt das Feuer, die Emotion. So ziemlich das Schlimmste, was man einem Team vorwerfen kann.

Defekte Achse: Tormann, Abwehrchef, Mittelfeldregisseur und Stürmer – um diese zentrale Achse steht und fällt eine Mannschaft. „Wir hatten ein funktionierende Achse und haben jetzt keine mehr. Dazu kommen die Unsicherheit und Fehleranfälligkeit. Daher werden wir wohl mit Wr. Neustadt und Wolfsberg gegen den Abstieg kämpfen“, bringt Kogler die momentane Lage auf den Punkt. Zurzeit ist nur noch auf Goalie Szabolcs Safar Verlass.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Transfersünden: Mit dem Spanier Inaki Bea, Georg Harding, Bülent Bilgen und dem Slowenen Miran Burgic verließ ein routiniertes Quartett die Tiroler. Dafür wurde mit Daniel Piesinger, Christoph Saurer, Christian Schilling und Marcelo Fernandes auf dem Transfermarkt perspektivisch eingekauft. Zigtausende Euro Ersparnis, aber auch Jahrzehnte an Routine weniger – ein Risiko, das sich gegenwärtig noch nicht rechnet, ganz im Gegenteil!

Krisenmanagement: Es sind zwar erst fünf von 36 Runden gespielt, doch der FC Wacker ist gut beraten, die (Abstiegs-)Zeichen richtig zu deuten. Egal ob man nun auf dem Transfermarkt aktiv wird oder man intern die Fehler aufarbeitet und beseitigt – es muss eine Reaktion des Vereins auf die gegenwärtig fatale Situation erkennbar sein.


Kommentieren