Neue Millionenklage gegen deutsche Fluglotsen

Neue Millionenklage gegen die Fluglotsen-Gewerkschaft GdF: Die AUA-Mutter Lufthansa und Fraport wollen von der GdF Schadenersatz für den Streik der Vorfeldmitarbeiter im Februar, wie Sprecher der beiden Unternehmen am Sonntag sagten. Die Klage sei in der vergangenen Woche eingereicht worden, sagte der Lufthansa-Sprecher. Zur Höhe der Schadenersatzforderung wollte er sich nicht äußern.

Einem Bericht des „Spiegel“ zufolge liegt diese aber bei 10 Mio. Euro. An der Klage vor dem Arbeitsgericht Frankfurt beteiligten sich auch Air Berlin, Condor und die Deutsche Flugsicherung. Von den drei Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Erst am Donnerstag hatte das Frankfurter Arbeitsgericht eine Klage von Lufthansa, Air Berlin sowie Ryanair abgeschmettert: Die Fluglotsen-Gewerkschaft muss keinen millionenschweren Schadenersatz wegen des Aufrufs zum Streik zahlen. Die Aufrufe im August 2011 hätten sich nicht gegen die Fluglinien gerichtet, sondern gegen den Arbeitgeber der Lotsen, die Flugsicherung, begründete Arbeitsrichterin Natascha Ahmad das Urteil. Die Streiks hätten den gesamten Flugverkehr in Deutschland lahmgelegt - dazu kam es aber nicht. Beide Streiks wurden in letzter Minute abgeblasen.

Die Fluggesellschaften hatten argumentiert, dass allein die Streikaufrufe für große Verunsicherung bei Kunden gesorgt hätten und deshalb weniger Flüge gebucht worden seien. Den Schaden daraus taxierten die Airlines auf 3,3 Mio. Euro - das Geld wollten sie nun von der Klein-Gewerkschaft zurück.

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Mit dem Sieg ist dieser Streit für die Gewerkschaft aber noch nicht ausgestanden. „Wir sehen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt, aber es ist kein letztinstanzliches Urteil“, sagte ein GdF-Sprecher. Der Anwalt der Fluggesellschaften, Thomas Ubber, kündigte an, nach einer Prüfung des Urteils aller Wahrscheinlichkeit nach in Berufung zu gehen.


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