Fords neuer Minivan: Voll verschoben

Ein überzeugend praktisches Schiebetürenkonzept verschafft dem B-Max ein Alleinstellungsmerkmal bei Kleinwagen mit hohem Dach. Das Raumangebot passt, das Motorenprogramm ist stimmig.

Von Markus Höscheler

München –Insgesamt tut sich Ford zurzeit auf dem europäischen Markt schwer, die Absatzzahlen sind auf dem Rückzug. Die Entwicklung schreit nach einer Gegenbewegung – der US-Hersteller hört die Rufe und beantwortet sie mit einer Modelloffensive in den nächsten Monaten. Für das Präludium zeichneten bereits die Focus-Topversion ST und die Einführung des Einliter-Dreizylinder-Turbobenziners EcoBoost verantwortlich. Im Herbst folgen der B-Max und der gefaceliftete Fiesta, 2013 erwarten wir die Nachfolger des Mondeo und des Kompakt-SUV Kuga.

Die Eisbrecherfunktion hat der B-Max, ein Minivan auf Basis des Fiesta. Mit einer Länge von 4,08 Metern siedelt er sich unter dem C-Max an, mit seinen Finessen ist er ihm aber ebenbürtig, ebenso der Konkurrenz. Hervorhebung verdienen die beiden hinteren Schiebetüren. Wer sie öffnet, stellt fest, dass der B-Max keine B-Säulen hat. Zumindest sind sie nicht sichtbar. Denn ihre stabilisierende und schützende Funktion übernehmen speziell verstärkte Rahmendetails der vorderen und der hinteren Tür, die im geschlossenen Zustand zur Geltung kommen. Wenn das vordere und hintere Türelement offen sind, ergibt sich eine Öffnungsbreite von 1,5 Metern – praktisch, um ein- und auszusteigen, um Waren ein- und auszuladen, um Kindern zu helfen.

Der Türenkniff ist den Ford-Technikern gelungen, aber nicht nur das: Hinten lässt es sich passabel sitzen, auch für Erwachsene. Knie- und Kopffreiheit sind vorhanden. Selbst der Kofferraum kann netto etwas mehr als 300, maximal sogar 1386 Liter fassen. Zuvor ist das Umlegen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen erforderlich. Dafür reicht ein Handgriff, mit ihm senkt sich gleichzeitig die Sitzfläche ab. Ein weiterer Vorteil: Selbst der Beifahrersitz lässt sich falten, um eine Laderaumlänge von 2,35 m zu ermöglichen. Sofern der Kofferraumboden entsprechend arretiert ist, kann sich der B-Max-Fahrer über eine ebene Ladefläche freuen.

Die Freude dürfte sich verstärken, wenn das leistungsstärkste Aggregat unter der Motorhaube seinen Platz gefunden hat. Aus nicht einmal einem Liter Hubraum schöpft der 1.0 EcoBoost 120 PS und serviert ein maximales Drehmoment von 200 Newtonmetern (im kurzzeitigen Overboost-Modus) ab 1400 Umdrehungen/Minute. Überraschend sind nicht nur die Laufruhe des Turbo-Dreizylinders und seine beeindruckende Leistungsentfaltung bis 6000 Umdrehungen/Minute, sondern auch sein Normverbrauch von 4,9 l/100 Kilometer und sein CO2-Ausstoß von 114 g/km. Außerdem verfügt er über eine Start-Stopp-Automatik. Davon profitiert zudem die leicht gedrosselte Variante des 1.0 EcoBoosts mit 100 PS. Zwei weitere Benzinangebote: der 90 PS starke 1.4 Duratec als Einstiegsvariante und der 1.6 TiVCT mit 105 PS.

Das zuletzt genannte Aggregat verfügt als einziges über ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, alle anderen sind mit einem manuellen Fünfgang-Handschalter bestückt. Dies trifft zusätzlich auf die beiden Turbodiesel 1.5 TDCi mit 75 PS und 1.6 TDCi mit 95 PS zu. Sie benötigen 4,1 bzw. 4,0 Liter Treibstoff je 100 Kilometer.

Wenn der B-Max am 19. Oktober erstmals in die Verkaufsräume fährt, gibt es ihn mit der Basisausstattung Ambiente ab 16.800 Euro. Er hat bereits einiges an Komfort (CD-System mit USB, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung) und Sicherheit (ESP, sieben Airbags) zu bieten, jedoch noch keine Klimaanlage. Die gibt es erst mit der Ausführung Trend ab 18.950 Euro, inklusive Nebelscheinwerfer und Lederlenkrad. Die dritte Ausstattungsstufe – Titanium – inkludiert 16-Zoll-Alufelgen, Tempomat, Zweizonen-Klimaautomatik und das Multimediasystem Sync mit Sprachsteuerung.


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