Ferialjob als Sprungbrett

Praktika im Bezirk Kitzbühel sind gefragt. Zwei große Firmen nehmen eine Vielzahl an Jugendlichen für einige Monate auf. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht.

Von Verena Hofer

Kitzbühel, St. Johann –Ein Sommerjob gehört für viele Schüler in der Ferienzeit zum Angebot dazu. Neben den Pflichtpraktika für die St. Johanner Tourismusschule wollen aber auch Jugendliche, die andere Schulen im Bezirk besuchen, Erfahrungen in unterschiedlichen Berufsgruppen sammeln. Zwei Unternehmen im Bezirk bieten viele Ferialplätze für interessierte Jugendliche.

Beim Holzriesen Egger sind heuer 57 Jugendliche beschäftigt. Eingeteilt werden diese in Ferialpraktikanten, die rund ein Monat im Betrieb mitarbeiten, sowie in Studenten, die Pflichtpraktika absolvieren. „Die meisten davon kommen aus der Region“, erklärt Personalreferentin Christina Hirschbichler. Vor allem in den Monaten Juli bis September sind die Praktikanten beschäftigt.

Das Kitzbüheler Unternehmen Eurotours hat derzeit 14 Ferialpraktikanten angestellt. Zwölf davon sind in der Zentrale in Kitzbühel tätig, zwei weitere absolvieren ihr Pflichtpraktikum in Wien. Die 17-jährige Lisa Fernandez aus Kirchdorf hat bereits einige Erfahrungen in verschiedenen Unternehmen gesammelt. „Heuer wollte ich etwas anderes als die Küche und das Servieren kennen lernen“, erklärt die Tourismusschülerin ihre Bewerbung bei Eurotours. Rund 40 Jugendliche bewerben sich für die 10 bis 15 Stellen im Sommer. „Wir nehmen vor allem Schüler der Tourismusschule in St. Johann, da diese ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen, sowie Studenten“, erklärt Personalleiter Uwe Perschl. Mit dabei ist dieses Jahr auch Laura Domesle aus Deutschland. Nach verschiedenen Praktika in der Gastronomie sammelt sie nun Erfahrungen im Vertrieb. „Nach Abschluss meiner sechs Monate erwartet mich ein Auslandspraktikum in Irland“, sagt die Studentin. Insgesamt werden die Praktikanten auf die verschiedensten Abteilungen des Unternehmens aufgeteilt. Silvia Lampl ist im Beschwerdemanagement gelandet. „Ich bin zufällig in die Abteilung gerutscht, jedoch habe ich es mir schlimmer vorgestellt“, meint die Schülerin des Aufbaulehrgangs lachend. Eine Option ist nach der Schule der Einstieg ins Reisebüro mit Sicherheit. „Vergangenes Jahr haben wir das Unternehmen um zwanzig Prozent von 240 auf 300 Mitarbeiter aufgestockt,“ erzählt Perschl und ergänzt, dass rund ein Drittel der Praktikanten früher oder später wieder im Unternehmen arbeiten möchte.

Bei der Firma Egger kann das Ferialpraktikum ebenso als Sprungbrett für eine Karriere im Unternehmen genutzt werden. „Durch das Kennenlernen der Jugendlichen ergeben sich Chancen für die Zukunft“, erörtert Hirschbichler.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Genaue Zahlen über die angestellten Praktikanten im Bezirk zu finden, ist schwierig – weder das Arbeitsmarktservice (AMS) im Bezirk noch die Wirtschaftskammer (WK) Kitzbühel kann darüber Auskunft geben. „Genaue Zahlen über die Ferialangestellten im Bezirk haben wir nicht“, sagt WK-Bezirksstellenleiter Balthasar Exenberger und stellt klar, dass viele Betriebe bereit sind, Praktikanten aufzunehmen. „Vor allem in der Industrie und im Gastgewerbe arbeiten die Ferialkräfte“, erklärt Leiter Manfred Dag vom AMS und ergänzt, dass die meisten Schüler aber eine Arbeit vom Bekanntenkreis vermittelt bekommen.

Wichtig ist bei allen Stellen eine frühzeitige Bewerbung. „Bis Jänner können sich Interessierte für ein Pflichtpraktikum im nächsten Sommer bewerben“, weiß Perschl.


Kommentieren