Moderner Barocksound: Christina Pluhar und L‘Arpeggiata

Am 24. und 26. August gastieren die mehrfache Echo-Gewinnerin Christina Pluhar und Ensemble mit Giovanni Andrea Bontempis Oper „Il Paride“ im Zuge der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik im Tiroler Landestheater.

Innsbruck – Die Grazer Lautenspielerin Christina Pluhar und das international besetzte Ensemble L‘Arpeggiata haben der neuen Sichtweise auf Alte Musik eine ganz eigene Note verliehen. Zwar setzen die Musiker auf heute skurril anmutende barocke Instrumente wie Lirone, Psalterion, oder Dulcimer, trotzdem machen Improvisation und modernes Instrumentarium die alten Partituren durchaus gegenwarts- und massentauglich. Am 24. und 26. August gastieren die mehrfache Echo-Gewinnerin Pluhar und Ensemble mit Giovanni Andrea Bontempis Oper „Il Paride“ im Zuge der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik im Tiroler Landestheater.

Der Zauber liegt in der Mischung zwischen originalen Instrumenten und Improvisation: Schon vor 400 Jahren war es für Musiker durchaus üblich, Musikstücke spontan zu variieren. Diese Tradition greift L‘Arpeggiata heute wieder auf. Die Schwierigkeit bei der Inszenierung barocker Musik liegt vor allem in den mangelnden Vorlagen. Können die Instrumente aus Museumsstücken noch relativ genau rekonstruiert werden, gibt es für Klang und vor allem Gesang keine Vorbilder. Dennoch erfreut sich die frühbarocke Musik in moderner Adaption großer Beliebtheit: Der ersten CD „La Villanella“ des Ensembles mit Musik von Giovanni Girolamo Kapsberger folgten zehn weitere Alben.

Auch die im antiken Griechenland angesiedelte Oper über den Mythos des Paris-Urteils „Il Paride“ wird mit moderner Inszenierung aufgepeppt: Christoph von Bernuth zeichnet für die Melange aus Commedia dell‘arte, barockem Aufführungsgestus und Slapstick-Einschlag verantwortlich. Neun Sänger, darunter der australische Countertenor David Hansen (Paris) und der Ur-Countertenor Dominique Visse, werden 23 unterschiedliche Rollen verkörpern - jede Menge Kostümwechsel sind da vorprogrammiert. In musikalischer Hinsicht werden die von L‘Arpeggiata bekannten Zupf-und Schlaginstrumente dominieren, angeführt von Theorbistin Pluhar. In dieser Kombination kann auch eine barocke Oper vom Insider-Phänomen zum Publikumsmagneten werden. (APA)

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