Liebesbeweis alarmierte Bergretter

Zwei Telfer wollten Frauen mit einem Feuerwerk überraschen. In Innsbruck besprühte ein Schüler aus Liebe mehrere Wände.

Von Sabine Kuess

Telfs –Viel zu tun hatten die Bergretter in Telfs am Samstagabend. Notsignale wurden gegen 22.15 Uhr von der Hohen Munde im Tal gesehen und die Leitstelle verständigt. Tatsächlich soll es sich laut Informationen der Tiroler Tageszeitung um zwei Männer aus Telfs handeln, die Frauen mit einem Feuerwerk um 22 Uhr ihre Liebe beweisen wollten. Mit den Frauen hatten sie vereinbart, dass sie vom Tal aus in Richtung Gipfel blicken sollen. Die beiden Telfer planten, nach dem Feuerwerk am Gipfel zu übernachten.

Die Stirnlampen allerdings wurden von Beobachtern im Tal als Lichtsignale empfunden, die Raketen als Notfallzeichen gedeutet. „Wir sind mit vier Mann zum Gipfel. Den Einsatz haben wir im kleinen Rahmen gestaltet, denn die Alarmierungssituation war unklar“, erklärt Bergrettungsobmann Norbert Hofer im Gespräch mit der TT.

Kurz vor dem Gipfel versuchten die Bergretter, durch Rufe auf sich aufmerksam zu machen. „Es gab aber keinen Rufkontakt und auch keine weiteren Signale, wir haben den Einsatz abgebrochen“, sagt Hofer. Zuvor wurden noch die umliegenden Hütten abtelefoniert und auch bei der Polizei fragten die Einsatzkräfte nach, ob gemeldet wurde, dass jemand am Gipfel übernachtet. Fehlanzeige. Am Sonntag erfuhr Norbert Hofer durch einen anonymen Hinweis, wer in der Nacht zuvor am Gipfel gewesen sei. „Ich habe mit ihm gesprochen, er hat sich dabei nichts gedacht“, bekräftigt Hofer. Die entstandenen Kosten von knapp 700 Euro müssen von den Gipfelstürmern selbst bezahlt werden.

„Wenn sie gemeldet hätten, dass sie dort übernachten, hätten wir nachfragen können, ob alles o. k. ist“, betont der Obmann, der an Wanderer appelliert, Übernachtungen auf Berggipfeln bei der Leitstelle Tirol oder der Polizei zu melden. „Wenn am Gipfel jemand mit einer Taschenlampe hantiert, schaut es aus, als gäbe er Lichtzeichen. Wir müssen jede Alarmierung abklären.“

Auch ein junger Innsbrucker Schüler wollte seine Liebe beweisen: Er besprühte im April mehrere Wände im Bereich der Autobahnunterführung Bichlweg und Tummelplatzweg. Die Polizei konnte den 15-Jährigen nun ausfindig machen. Der Bursche gab an, er habe seiner Freundin seine Liebe beweisen wollen.


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