Racheakt mit Holzprügel traf den Falschen

Von Thomas Hörmann...

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Eine Grillgabel als Waffe und ein Racheakt in der falschen Wohnung: „Wir waren schwer betrunken“, gestanden am Montag zwei Innsbrucker am Landesgericht den ebenso brutalen wie dümmlichen Überfall auf einen Polizisten.

Ein Schockerlebnis für den Beamten – er schlief bereits, als zwei wildfremde Männer in der Nacht zum 2. März seine Wohnungstür einschlugen. Ohne ein Wort zu verlieren, prügelten der 32-Jährige und der 22-Jährige mit der Grillgabel und einem Holzprügel auf ihr Opfer ein.

„Doch als sie den Irrtum erkannten, ließen sie sofort von ihrem Opfer ab“, bat Anwalt Hermann Holzmann um Nachsicht für seine Mandanten.

Der aus Osttirol stammende Polizist kannte die Schläger nicht einmal: Er hatte nur das Pech, einen Stock unter dem eigentlichen Ziel der beiden Racheengel zu wohnen. „Eine Woche zuvor wurde mein Mandant selbst attackiert, der Angreifer wohnt einen Stock höher“, warb Michael Kramer, Anwalt des Erstangeklagten, um Verständnis.

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Der Polizeibeamte, der Prellungen erlitten hatte, gab sich mit 1000 Euro Entschädigung zufrieden. So kam der jüngere Schläger mit einer Diversion davon.

Der 32-jährige Haupttäter wurde (nicht rechtskräftig) zu 18 Monaten Haft verurteilt. Aber nicht wegen des nächtlichen Überfalls. Vielmehr wurde dem schwer drogen- und alkoholabhängigen Hauptschulabbrecher ein Kokaindeal mit einem verdeckten Suchtgiftfahnder zum Verhängnis.

Der Angeklagte wollte dem Beamten 200 Gramm minderwertigen Suchtgifts verkaufen.


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