Fußball-Tirol hat die Seuche am Fuß

Nicht nur der FC Wacker Innsbruck, sondern auch alle in der tipp3-Bundesliga bei anderen Mannschaften engagierten Tiroler Profis haben schon weitaus bessere Fußball-Zeiten erlebt.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Tirol hat zurzeit im österreichischen Erstliga­fußball einen verdammt schweren Stand. Zum einen steckt der FC Wacker mitten im Abstiegsstrudel, was sich in nächster Zeit auch nicht so schnell ändern wird. Aber auch jene Tiroler Profis, die bei anderen Bundesligaklubs unter Vertrag stehen, durch­leben – fast ausnahmslos – eine­ harte Zeit

Austria Wien: Drei Tiroler verdienen ihre Brötchen bei den Veilchen, beim 1:0-Erfolg am Sonntag in Ried glänzten alle drei durch Abwesenheit. Flo Mader war wenigstens im Innviertel präsent, stand im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. „Der Spielverlauf verhinderte einen Einsatz. Ich hab’ schon das Gefühl, dass der Trainer auf mich baut. Im Moment hat die Mannschaft einen Lauf, da ist es logisch, dass man nicht viel ändert. Meine Zeit kommt schon noch“, sieht der Schmirner sein momentanes Reservisten­dasein nicht allzu tragisch. „Keine leichte Zeit, aber ich bin lange genug im Geschäft, um mit der Situation professionell umzugehen“, setzt Pascal Grünwald auf den Faktor Zeit. Der ehemalige Wacker-Goalie verlor seinen Stammplatz an Heinz Linder und war zudem letzte Woche wegen einer Rückenverletzung außer Gefecht. „Ich arbeite hart weiter und warte auf meine Chance“, klingt der 29-Jährige, dessen Kontrakt bis 2014 läuft, recht unaufgeregt. Ziemlich im Abseits des Erstligakaders kickt Fabian Koch. Der 23-jährige Natterer kam in dieser Saison praktisch ausschließlich bei den violetten Amateuren in der Regionalliga Ost zum Einsatz. Unwahrscheinlich, dass die im Sommer 2013 die Option auf Verlängerung zieht.

Admira: Ex-Wacker-Kapitän Andi Schrott hat bei Admira-Coach Didi Kühbauer nicht mehr die besten Karten. Auch beim 4:4-Krimi gegen Meister Red Bull Salzburg. Nach einer Stunde wurde der Absamer eingewechselt und sah beim 4:3-Führungstreffer von Stefan Maierhofer nicht gut aus. „Schade. Wir haben gegen den Meister zwei Punkte­ verschenkt. Übrigens nicht das erste Mal in dieser Saison, dass wir uns selbst um die Früchte unserer Arbeit bringen.“ Seine persönliche Situation sieht 31-Jährige realistisch: „Der Trainer setzt auf junge Spieler, weiß aber auch, dass er jederzeit auf mich als Routinier bauen kann.“

SV Ried: Nachdem sich Clemens Walch über Verträge­ bei den deutschen Bundesligisten VfB Stuttgart und Kaiserslautern freuen, aber kaum Spielpraxis sammeln konnte, will der Inzinger das nun in der heimischen tipp3-Bundesliga nachholen. Bis dato hat der 25-Jährige allerdings nur 35 Einsatzminuten zu Buche stehen. Denn zum Saisonstart stellte sich wieder einmal eine Knieverletzung ein, die den Offensivspieler zu einer Pause zwang. Am Sonntag feierte er sein Comeback bzw. sein Ligadebüt. Beim Stand von 0:0 eingewechselt, konnte Walch die unglückliche 0:1-Niederlage seiner Wikinger gegen die Austria auch nicht verhindern. Aber wenigstens stand der Tiroler wieder auf dem Platz.

Sturm Graz: Wie der neue Trainer Peter Hyballa tickt, kann Andi Hölzl noch nicht so recht beurteilen. Denn der ehemalige Wacker-Profi plagt sich seit der Vorbereitung mit einer schmerzhaften­ Schambeinentzündung herum. So blieb ihm auch die klare 0:3-Niederlage im Hanappi-­Stadion erspart. „Endlich scheint ein Ende in Sicht. Ich hab’ schon einige Aufwärm­einheiten mit der Mannschaft absolviert. In vielleicht zwei Wochen möchte ich endgültig ins Training einsteigen“, hofft der 27-jährigen Brixentaler, dass die Leidenszeit bald ein Ende hat.

Wr. Neustadt: Wenigstens ein Tiroler hatte letztes Wochenende Grund zur Freude. Dass dies ausgerechnet an seiner alten Wirkungsstätte­ im Tivolistadion der Fall war, passt irgendwie ins Bild. „Endlich haben wir angeschrieben. Das hat uns verdammt gutgetan. Vielleicht wollten wir den Sieg einfach ein bisschen mehr als der FC Wacker“, blickt Wr.-Neustadt-Profi Dennis Mimm nach dem 3:2-Erfolg etwas beruhigter auf die Tabelle. Der 29-Jährige, der letzte Saison noch beim FC Lustenau in der zweiten Liga unter Vertrag stand, ist in der Abwehr der Niederösterreicher ein Fixpunkt: „Wo mich der Trainer aufstellt, ist mir egal. Hauptsache, ich spiele“, lautet sein Motto. Große Illusionen macht sich der Innsbrucker keine. Trotz der drei Punkte im Tivoli ist ihm und seiner Truppe der Abstiegskampf gewiss.


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