Zwischen Tor-Formeln und Titanic-Mythen

Absam – Dass die Titanic vor 100 Jahren untergegangen ist und mehr als 1500 Menschen mit in den Tod riss, weiß jedes Kind. Oder zumindest je...

Absam –Dass die Titanic vor 100 Jahren untergegangen ist und mehr als 1500 Menschen mit in den Tod riss, weiß jedes Kind. Oder zumindest jeder, der James Camerons opulentes Liebesdrama mit Kate Winslet und Leonardo Di­Caprio gesehen hat. Der mehrfach oscargekrönte Film ist auch der Ausgangspunkt für einen ungewöhnlichen Vortrag, der am 23. August (ab 18 Uhr) im Gemeindemuseum Absam über die Bühne geht. Spricht doch der deutsche Experimentalphysiker Metin Tolan über „Die Physik des Untergangs“ und räumt in diesem Zusammenhang auch mit etlichen Mythen auf, die sich um den Untergang des Luxusdampfers ranken.

„Ich nutze den Film als Zitierquelle, die Ursachen des Untergangs werden dann aus physikalischer Sicht analysiert“, erklärt Tolan im TT-Gespräch. Und nimmt schon jetzt vorweg, dass die legendäre Katastrophe mit einer Luftbläschen-Knappheit zu tun hat. Diese führte dazu, dass die ansonsten weißen Eisberge blau schimmerten und von den Matrosen übersehen wurden. Dass es an Bord der Titanic keine Ferngläser gab, trug sein Übriges dazu bei. Dass in Absam bis heute Ferngläser produziert werden, ist allerdings ein Zufall. Tolan lacht: „Keine Angst, Absam hat nicht Schuld am Untergang der Titanic“.

Am Freitag und Samstag ist der Prorektor der Technischen Universität Bochum dann noch beim Forum Alp­bach zu Gast, um dort über die Physik des Fußballs zu sinnieren und dabei unter anderem­ die Vorteile eines sauber ausgeführten Volley­schusses zu diskutieren. Klingt fast so, als könnte man mit Hilfe der Physik eine Fußball-Erfolgsformel austüfteln. Tolan: „Physik-Kenntnisse machen einen sicher zu einem gelasseneren Fußballer – aber in diesem Sport ist nun einmal nichts wichtiger, als gut zu sein.“ (fach)


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