Heftige nächtliche Unwetter hielten Feuerwehren in Atem

Tirol wurde Montagabend von heftigen Unwettern heimgesucht. Die Feuerwehren standen im Dauereinsatz.

Innsbruck - Sturmböen, Hagel, Blitze und heftiger Regen: In großen Teilen Tirols herrschte am Montagabend Weltuntergangsstimmung. Zahlreiche Bäume wurden umgerissen und blockierten Straßen, Kanäle und Bäche traten über.

Die Exekutive berichtete von mehreren unwetterbedingten Straßensperren in ganz Tirol. Die B171 im Bereich der Trofana wurde wegen einer Überschwemmung gesperrt. Am „Milser Stoag“ lösten sich etliche Steine und Geröll. Insbesondere an drei Stellen der B171 lösten sich in Felsrinnen Geröll von jeweils einem halben bis einem Kubikmeter und verlegte dadurch den Fahrstreifen Richtung Landeck. Nach Abschluss der Reinigungsarbeiten wurde die Bundesstraße ab 22 Uhr wieder freigegeben.

Murenabgänge in Umhausen und Mils

Die Ötztaler Bundestraße B186 bei Umhausen sowie die Tiroler Straße bei Mils mussten nach Murenabgängen gesperrt werden. Die Walder Straße im Pitztal war ebenfalls nicht befahrbar, da die Wassermassen Kanaldeckel ausgehoben hatten. Auf der Jerzener Landesstraße wuschen die Wassermassen die Schotterfahrbahn aus, das Material wurde weggeschwemmt. Weiters wurde die Fahrbahn durch einen Hangrutsch teilweise unterhölt und ist derzeit nur einspurig passierbar. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei sowie die Feuerwehren standen bis Mitternacht im Dauereinsatz. Die Aufräumarbeiten wurden untertags fortgesetzt. Auch in Kolsassberg kam es zu einem Hangrutsch. Dieser verlegte die Innerbergstraße auf einer Länge von 50 Meter. Die Straße wurde aufgrund weiterer möglicher Hangrutsche gesperrt. Wann diese wieder geöffnet ist, ist derzeit nicht bekannt.

Straßensperren aufgehoben

In Telfs war der Umfahrungstunnel wegen einer Überschwemmung vorübergehend gesperrt. Auf der Kasbachlandesstraße L7 von Jenbach Richtung Maurach versperrten mehrere umgestürzte Bäume die Straße, auch diese wurde kurzzeitig gesperrt. Im Laufe der Nachtstunden wurden alle Sperren aufgehoben. Die Paznauntalstraße bei Kappl blieb hingegen fast die ganze Nacht gesperrt, der Verkehr wurde vorübergehend umgeleitet. Eine 30 Meter lange Brücke der B188 wurde von Geröllmassen großteils verstopft. Mit zwei Baggern wurden die Gesteinsmassen aus dem Bachbett entfernt, die Paznauntalstraße ist seit den frühen Morgenstunden wieder befahrbar.

In vielen Teilen Tirols – vor allem im hinteren Zillertal – standen Keller unter Wasser, die Feuerwehren standen im Dauereinsatz. Auch in der Landeshauptstadt wurden mehrere Sturmschäden gemeldet. Größere Schäden dürfte es jedoch nicht geben, berichtete die Exekutive Dienstagfrüh. (tt.com)


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