Selbstmordrate in Army explodiert - Pentagon will Anti-Suizid-Spray

Nachdem die Selbstmordrate in der US-Armee einen neuen Höchststand erreicht hat, finanziert das Militär nun die Erforschung eines Hormon-Nasensprays zur Verhinderung von Suiziden.

Washington – Drei Millionen Dollar wurden der Universität Indiana von der US-Army zur Verfügung gestellt, um an einem revolutionären Nasenspray weiterzuarbeiten. Dieser soll das Hormon Thyreoliberin (TRH) enthalten, das erwiesenermaßen gegen Suizidgedanken wirkt.

Bisher kann TRH aber nicht wirksam ins Gehirn transportiert werden. Mit dem Nasenspray soll dieses Problem jedoch gelöst werden. „Wir wissen seit den 1970ern, dass TRH antidepressive Effekte hat. Und es wirkt sehr schnell“, erklärt Projektleiter Michael Kubek.

Bereits frühere Versuche mit TRH haben bewiesen, dass damit sehr rasch Suizidgedanken, Depressionen und bipolare Störungen eingeschränkt werden können. Das Hormon hat aber laut den Forschern den Nachteil, dass es die sogenannte „Blut-Hirn-Barriere“ nicht überwinden kann. Diese Schranke dient als Schutz gegen das Eindringen toxischer Substanzen in die Gedankenzentrale.

Dies bedeutet aber auch, dass es für Medikamente schwer ist, das Gehirn zu erreichen. In Pillen oder Injektionen entfaltet das „Anti-Suizid-Hormon“ seine Wirkung jedenfalls nicht. Mit Hilfe neuer Erkenntnisse der Nanotechnologie soll TRH nun aber direkt mittels Nasenspray ins Hirn „geschossen“ werden. Die „nanotechnologische Medikamentenverabreichung“ könne die „Blut-Hirn-Barriere“ überwinden, meint Kubek.

Revolution in der Pharmakologie

Die drei Millionen Dollar von der US-Army sollen nun dazu verwendet werden, in Versuchen herauszufinden, ob diese Methode sicher ist. Dann soll es eine klinische Testphase geben, in der gezeigt werden soll, dass damit wirklich Leben gerettet werden können, erklärt Kubek weiter. Eines Tages könnte der Spray auch für zivile Patienten verwendet werden. „Wenn das funktioniert, haben wir eine komplett neue Form der Pharmakologie“, meint der Forscher.

In den USA sind Selbstmorde die zehnthäufigste Todesursache bei Erwachsenen und laut Demographen steigen die Raten weiter. Besonders betroffen sind vom Krieg traumatisierte Soldaten. Erstmals in der Geschichte kamen im Juni mehr US-Soldaten durch Suizid ums Leben, als durch Kriegsverletzungen. (siha, thedaily.com)


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