Alkohol ist für Tausende ein Problem

Rund 1000 Außerferner sind alkoholkrank, noch einmal 2000 Menschen gefährdet. Der Verein BIN bietet kostenlose Hilfe.

Von Alexander Paschinger

Reutte –Es ist ein kleines Gässchen, das vom Untermarkt hinein zur Hausnummer 11 führt. Dort befindet sich auch der Verein BIN. „Ein Klient hat einmal zu mir gesagt: ,Durch diese hohle Gasse muss ich gehen‘, und meinte damit auch den sehr schweren ersten Schritt“, erklärt Livia Buchegger vom Verein BIN in Reutte. Hier erhalten Betroffene von Alkohol-, Medikamenten- und Spielsucht sowie Angehörige eine erste und oft entscheidende Hilfe. Beratungsgespräche sind hier kostenlos und anonym.

Die Bestandsaufnahme für den Bezirk Reutte ist erschreckend und ernüchternd: Es sind rund 1000 Personen, die man als alkoholkrank bezeichnen muss. Noch einmal 2000 Außerferner sind alkoholsuchtgefährdet. „Trinkt man regelmäßig Alkohol, dann kann sich das durch Probleme noch einmal verstärken“, weiß Buchegger aus ihrer Berufserfahrung. Alkohol sei hier ein gefährlicher Problemlöser, der Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder in einer Beziehung oft nur verstärkt.

Fünf bis zehn Beratungsgespräche führt Buchegger pro Woche, ihre Klienten sind meist zwischen 25 und 60 Jahre alt. „Jugendliche kommen eher selten – bei ihnen entwickelt sich erst die Geschichte.“ Als Erstes wird die Lebenssituation abgeklärt, ob es sich um Alkoholmissbrauch oder schon Abhängigkeit handle. „Es gibt für jeden einen individuellen Weg.“ Meist allerdings kommen die Klienten „erst dann, wenn der Hut brennt“.

Nähere Informationen unter Tel. 05672/73288 oder im Internet www.bin-tirol.org.

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