Marsrover „Curiosity“ streckte erstmals seinen Roboterarm aus

Seit zwei Wochen befindet sich der Rover auf dem Roten Planeten. Bisher hat „Curiosity“ alle „Gesundheitschecks“ mit Bravour bestanden. Schon 2016 soll die nächste Mars-Mission starten.

Washington - Der Marsrover „Curiosity“ hat erstmals seinen mehr als zwei Meter langen Roboterarm ausgestreckt. „Alles lief wie geplant“, sagte Louise Jandura, Wissenschafterin der US-Raumfahrtbehörde NASA, am Montag (Ortszeit) laut einer Pressemitteilung. Der Roboterarm sei nun einsatzbereit.

Auf Twitter ließ der neugierige Rover wissen: „Nach achteinhalb Monaten auf reisen fühlt es sich großartig an, sich zu strecken. Erstes Packen-Loslassen-Manöver geglückt.“

Mit dem Instrument kann „Curiosity“ (Neugier) bohren und loses Gestein aufsammeln. Auch eine Kamera ist an dem Arm installiert. Der erste Einsatz sei aber nur ein Test gewesen, teilte die NASA mit. Ein von der Raumfahrtbehörde veröffentlichtes Foto zeigt den Forschungsroboter mit ausgefahrenem Arm.

Auch Lasertest erfolgreich

Der bisher teuerste und technisch ausgefeilteste Rover war vor rund zwei Wochen auf dem Roten Planeten gelandet. Am Sonntag abspolvierte das Gerät einen Lasertest. „Ja, ich trage einen Laser an meinem Kopf. Ich bin nicht schlecht gelaunt; ich hab‘ den Stein nur für die Wissenschaft beschossen“, twitterte „Curiosity.“.

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In den kommenden Tagen soll der Rover dann zu einem ersten kleinen Spaziergang aufbrechen. In der kommenden Woche könnte „Curiosity“ - wenn alles nach Plan läuft - mit ersten wissenschaftlichen Experimenten an der Landestelle beginnen.

2016 soll „Insight“ folgen

Die NASA kündigte am Montag eine neue Mars-Mission an. 2016 soll die Mission „Insight“ („Einblick“) starten. Ihr Ziel ist, den Mars-Kern zu untersuchen. Die US-Raumfahrtbehörde gab dem 425 Mio. Dollar teuren Projekt den Vorzug vor Missionen zu einem Saturnmond und einem Kometen.

Ein Roboterlandefahrzeug mit zwei Instrumenten, einem deutschen und einem französischen, soll auf den Roten Planeten gebracht werden und die Größe, Zusammensetzung und Temperatur des Mars-Kerns untersuchen.

Grazer Institut für Weltraumforschung beteiligt

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist an der Entwicklung von einem der drei wissenschaftlichen Instrumente beteiligt. Unter anderem ist ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gebauter vollautomatischer „Maulwurf“ vorgesehen, der bis zu fünf Meter tief in den Marsboden eindringen soll, um den Wärmefluss aus dem tiefsten Inneren des Planeten zu vermessen. „Ein Sensor zur Bestimmung der elektrischen Eigenschaften des Marsbodens und des Wassergehalts hätte als Teil dieses Maulwurfs in Graz gebaut werden sollen“, so IWF-Wissenschafter Günter Kargl.

„Um konkurrenzfähig zu bleiben, musste die wissenschaftliche Nutzlast abgespeckt werden. Leider ist auch der Grazer Sensor dem Rotstift zum Opfer gefallen“. Damit wurde aus einer österreichischen Hardwarebeteiligung vorerst „nur“ eine wissenschaftliche Beteiligung. (APA/dpa, tt.com)


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