Rekordpreise für Getreide und Soja

Durch die schwere US-Dürre steigen die Preise für Nahrungsmittel weiter, Wifo-Experte sieht kein Ende des Trends.

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Wien, Frankfurt –„Die Zeit der billigen Agrarrohstoffe ist vorbei“, fasste Franz Sinabell, Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), die derzeitige Lage am Markt für Nahrungsmittel zusammen. Nach drei Monaten des Rückgangs stieg der Nahrungsmittelpreisindex der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) allein im Juli um 6 % an. Besonders betroffen waren Getreide und Zucker. Vor allem wegen der Rekorddürre in den USA steigen seit mehreren Wochen die Preise für Getreide und Ölsaaten in Europa und den USA.

Der FAO-Index für Getreide erreichte einen durchschnittlichen Wert von 260 Punkten und notierte damit um 38 Punkte höher als im Juni. Damit ist der Indexwert nur 14 Punkte von seinem bisherigen Rekord vom April 2008 entfernt, als es weltweit wegen der hohen Preise zu Hungerrevolten kam. Die Preise für Fleisch gingen hingegen den dritten Monat in Folge zurück. Der Milchpreisindex sinkt bereits seit März 2011.

Sinabell erwartet auch in den kommenden Jahren hohe Preisschwankungen bei den Agrarrohstoffen. Der langfristige Anstieg der Agrarpreise habe sich ab dem Jahr 2005 abgezeichnet, so der Agrar­ökonom. Die wesentliche Ursache sei die günstige wirtschaftliche Entwicklung in den Schwellenländern gewesen. Milliarden an Menschen würden ihre Konsumgewohnheiten ändern und durch den erhöhten Fleischkonsum sei die Nachfrage nach Getreide und Soja als Futtermittel gestiegen. Ein zweiter Aspekt ist laut dem Fachmann, dass die Produktivität der Landwirtschaft seit 2002 nicht mehr mit der Nachfrage mitgehalten habe.

Durch die Aussicht auf drastische Ernteeinbußen stieg der Preis von Sojabohnen zur Lieferung im November am Dienstag um bis zu 1,1 % auf 17,0125 Dollar (13,8313 Euro) je Scheffel. Damit waren die Börsenkontrakte für Soja so hoch wie noch nie. (APA, Reuters)

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