Sport als Integrationschance soll noch stärker fokussiert werden

BSO-Präsident Wittmann ist davon überzeugt, dass das Potenzial hier nicht ausgeschöpft wird. Auch Ex-Schwimmstar Mirna Jukic und Staatssekretär Sebastian Kurz sind dieser Meinung.

Alpbach - Sport soll künftig noch stärker zur Integration von Zuwanderern dienen. Dieses Ziel verfolgt die Bundessport-Organisation, die zu diesem Zweck einen Arbeitskreis beim „Forum Alpbach“ installiert hat. Mit den bisherigen Bemühungen noch nicht gänzlich zufrieden ist BSO-Präsident Peter Wittmann, der vor allem Nachholbedarf bei Mädchen aus muslimischen Familien erkennt. Staatssekretär Sebastian Kurz (V) sieht im Feld von Sport und Integration jedenfalls „unendliches Potenzial“. Ex-Schwimmstar Mirna Jukic versicherte, dass das Interesse von Migranten in hohem Maß vorhanden sei.

Kurz betonte im Gespräch mit der APA, dass es nicht nur um den Sport gehe sondern um das Vereinswesen, das zu einem besseren Verständnis beitragen könne. Ob sich jemand beim Roten Kreuz oder in einem Fußball-Verein engagiere, sei letztlich egal.

Vor allem bei Jugendlichen sieht der Staatssekretär die Chance, hier schon früh Integrationsschritte zu setzen. Daher bemühe man sich, Kinder mit Migrationshintergrund schon im Kindergarten und den Schulen einzubinden, da sie in jungen Jahren am leichtesten erreichbar seien.

Von positiven Beispielen sprach auch Wittmann, was die Zusammenarbeit von Verbänden bzw. Vereinen mit Schulen angeht. So werde etwa ein erfolgreiches Projekt des ASKÖ in Wiener Neustadt auf Wels und Salzburg ausgedehnt.

Ohnehin sieht der BSO-Chef keine Patentlösung. Es sollten sich möglichst viele Vereine und Verbände Initiativen überlegen, wie man die Integration über den Sport fördern könnte, denn da gebe es noch viele Möglichkeiten. In manchen Bereichen funktioniere es freilich schon ganz gut, etwa im Fußball, konzedierte Wittmann.

Nicht nur dort, meint die frühere Spitzenschwimmerin Mirna Jukic, die betonte, dass in ihrem Stammverein Austria Wien sicher 60 Prozent der Schwimmer aus Migrantenfamilien kämen. Das Interesse von Zuwanderern ist aus ihrer Sicht besonders hoch, da man in eine neue Stadt komme und dort Anschluss auch über den Sport suche.

Jukic, die als Teenager aus Kroatien nach Österreich kam, hat der Sport in Sachen Integration geholfen. Man lerne rascher andere Kinder kennen, was auch beim Spracherwerb hilfreich sei.

Probleme gibt es ihrer Erfahrung nach kaum, solange Kinder ganz normal Sport betreiben würden. Erst wenn man dann einmal erfolgreicher werde, werde es Personen mit Migrationshintergrund oft schwerer gemacht, erkennt Jukic bei manch Trainer und Funktionär noch immer Ressentiments. (APA)


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