Verkaufsfahrt statt Geldgewinn: AK Tirol klagte erfolgreich

In einer „Gewinnmitteilung“ wurde einem Konsumenten ein Gewinn in Höhe von 7500 Euro versprochen worden, doch stattdessen wurde er auf eine Verkaufsfahrt gelockt.

(Symbolfoto)
© Robert Parigger

Innsbruck – Die Tiroler Arbeiterkammer hat den Versender einer „irreführenden Gewinnmitteilung“ erfolgreich auf Auszahlung geklagt. Das Verfahren wurde rechtskräftig gewonnen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Mittlerweile wurden Exekutionsschritte gegen das deutsche Unternehmen eingeleitet.

Der Konsument hatte eine „Gewinnmitteilung“ erhalten, derzufolge er den zweiten Preis, einen Geldbetrag in der Höhe von 7500 Euro in bar, gewonnen hätte. Die Gewinnmitteilung enthielt zudem eine Einladung zu einer persönlichen Gewinnübergabefeier in Deutschland. Diese entpuppte sich jedoch als Verkaufsveranstaltung für Magnetfeld-Decken. Der Betroffene ließ sich während der laut AK psychologisch gut präsentierten und dreisten „Verkaufsshow“ zum Erwerb von zwei Magnetfeld-Decken zum Preis von 1756 Euro „überreden“.

Trotz fristgerechtem Rücktrittsschreiben und mehrmaliger Aufforderung erhielt der Mann seine bezahlten 1756 Euro nicht zurück. Die AK Tirol Rechtsschutzdeckung übernahm für den betroffenen Konsumenten die Klage, die mittlerweile rechtskräftig gewonnen wurde.

Gewinnmitteilungen und Verkaufsveranstaltungen führen laut AK jedes Jahr zu hunderten von Konsumentenbeschwerden. „Solch schändliche Gewinnverständigungen von Firmen, die sich hinter ausländischen Postfächern verstecken, sind österreichweit ein großes Ärgernis und daher wird unser Kampf gegen diese Abzockmafia mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln vehement fortgesetzt“, betonte AK Präsident Erwin Zangerl.

Die AK Tirol erneuerte zudem ihre Forderung an den Gesetzgeber, einen eigenen Straftatbestand für die Zusendung irreführender Gewinnzusagen oder vergleichbarer Mitteilungen zu schaffen. So könnten entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet und damit effektiver gegen die Versender bzw. Veranstalter von Verkaufsveranstaltungen vorgegangen werden. (APA)


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