Italien kürzt 35.000 Polizistenstellen

Während die Zahl der Verbrechen in Italien zunimmt, sind immer weniger Ordnungshüter auf den Straßen im Einsatz. In den kommenden drei Jahren wird es wegen den Einsparungen der Regierung zu 35.000 Stellenkürzungen bei Polizei, Carabinieri und Steuerpolizei kommen. Durch diese Personalkürzungen soll der Staat im laufenden Jahr 94,8 Millionen Euro einsparen. 2015 werden es 1,46 Milliarden Euro sein.

Infolge der vom Kabinett Monti beschlossenen Ausgabenkürzungen sollen bis 2014 nur noch 20 Polizisten und Carabinieri pro 100 Ordnungshüter angestellt werden. „Es ist unvermeidbar, dass wir auf lokaler Ebene mehrere Kasernen schließen müssen“, sagte Nicola Tanzi, Generalsekretär der Polizeigewerkschaft SAP. Das Innenministerium will die Zahl der Polizisten reduzieren, die zur Sicherheit von Politikern eingesetzt werden. Die Leibwächter, die somit entlastet werden, sollen im Kampf gegen die Kriminalität eingesetzt werden. Das Recht auf eine Eskorte sollen von nun an ausschließlich das Staatsoberhaupt, die Kammerpräsidenten, die Parteisekretäre und einige Regierungsmitglieder haben.

So wurde dem Ex-Reformenminister Roberto Calderoli zuletzt eine achtköpfige Eskorte gekürzt. Bis vor kurzem hatten ehemalige Regierungschefs und Staatsoberhäupter sowie Ex-Innen- und Justizminister und Hunderte von Staatsanwälten eine Eskorte.

Auch beim Heer wird stark gespart. Die Zahl der Soldaten soll von 183.000 auf 150.000 sinken. Jeder dritte Stelle im Verteidigungswesen soll gestrichen werden, damit soll die Zahl der Beamten von 30.000 auf 20.000 fallen.


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