Vergewaltigungs-Kommentar: Große Aufregung in den USA

Nach dessen bizarren Äußerungen fordert Mitt Romney von seinem Parteifreund Todd Akin einen Verzicht auf die Senatskandidatur.

Washington - In der Affäre um bizarre Äußerungen eines US-Republikaners zu Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigungen hat Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney ein Machtwort gesprochen. Romney verlangte am Dienstag von seinem Parteifreund Todd Akin unmissverständlich, seine Kandidatur für einen Senatssitz im Bundesstaat Missouri zurückzuziehen. Akin denkt jedoch vorerst nicht an einen Rückzug.

Akin hatte in einem am Sonntag verbreiteten Fernsehinterview gesagt, dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen „eher selten“ seien. „Wenn es sich um eine wirkliche Vergewaltigung handelt, hat der weibliche Körper Möglichkeiten, mit denen er versucht, das Ganze zu verhindern“, sagte er. Akin entschuldigte sich später, lehnt Schwangerschaftsabbrüche aber weiter grundsätzlich ab - auch bei Vergewaltigungsopfern. Seine Äußerungen sorgten für einen Sturm der Entrüstung bei den Demokraten von Präsident Obama.

Nachdem sich Romney bereits am Montag von Akin distanziert hatte, ging der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner am Dienstag noch einen Schritt weiter. Die Bemerkungen seien „beleidigend und falsch“ gewesen, sagte Romney. Akin solle „sehr ernsthaft bedenken, welcher Weg der beste im Interesse unseres Landes“ sei und seine Kandidatur für den Senatssitz zurückziehen.

Akin hatte bisher gute Chancen, bei der Senatswahl im November die demokratische Amtsinhaberin Claire McCaskill zu besiegen. Experten schließen nicht aus, dass die Demokratin durch den Vorfall Aufwind erhält. Die Republikaner haben nur bis Dienstag Zeit, einen Ersatzkandidaten für Akin zu nominieren.

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Die Republikaner treten grundsätzlich für ein Abtreibungsverbot ein und wollen dieses auch in ihren politischen Leitlinien für die kommenden vier Jahre festschreiben. Allerdings befürchten sie, mit einer zu harten Linie bei diesem in den USA hochumstrittenen Thema Frauen und unentschlossene Wähler der Mitte abzuschrecken. Entsprechend ließ Romney versichern, dass es unter seiner Präsidentschaft kein Verbot für Abtreibungen nach Vergewaltigungen geben werde.


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