Sündteure Heimfahrten ärgern Taxikunden

Bei der Benutzung eines Taxis für die gleiche Wegstrecke gibt es Preisunterschiede von bis zu 200 Prozent. Die Innung beruhigt.

Von Verena Hofer

Kitzbühel –Obwohl die Festsaison sich bereits dem Ende zuneigt, gibt es Aufregung um die Taxipreise im Bezirk. Neben Taxis, die Stammkunden- und Fixpreise anbieten, gibt es auch überteuerte Fahrten. Insgesamt sind im Bezirk Kitzbühel 54 Unternehmen gemeldet – in Tirol 469.

Für eine Strecke von sechs Kilometer in Kitzbühel reichen die Tarife von einem Fixpreis von 6,50 Euro bis hin zu 20 Euro. Dies bedeutet eine Preissteigerung von mehr als 200 Prozent. Der Hinweis, ein Taxameter zu verwenden, wurde bei einer verärgerten Kundin abgetan, da keines eingebaut war. „Ich bekam nicht einmal einen Beleg ausgehändigt“, erklärt sie. Sie beschwerte sich daraufhin bei der Taxiinnung der Wirtschaftskammer. Dort wurde geantwortet, dass der Unternehmer seine Preise innerhalb der „gesetzlichen Grenzen von Dumping und Wucher frei festlegen darf“. „Ich halte den Preis für angemessen“, erklärt Fritz Jäger, Obmann der Fachgruppe Personenverkehr, und ergänzt, dass die Nebenkosten auch miteinberechnet werden müssen. „Sechs Euro sind für mich mehr als günstig“, behauptet der Obmann.

Kitzbühels Taxiunternehmer Peter Hirzinger hält zwanzig Euro eindeutig für überteuert. „Das ist unverhältnismäßig. Hundertprozentig hat der Chauffeur selbst das Geld eingesteckt“, glaubt der Unternehmer. Den Kunden rät Hirzinger, die geforderte Summe nicht zu bezahlen und mit einer Anzeige bei der Polizei zu drohen. Jäger rät, bei einem Extremfall mit dem Chef des Unternehmens zu reden, da es überall schwarze Schafe gebe. Sollte dies keine Klärung hervorbringen, dann werde die Wirtschaftskammer dem Fall nachgehen.

Keine Handhabe gegen die unterschiedliche Preisgestaltung hat die Arbeiterkammer. Laut Gesetz kann der Landeshauptmann Fixtarife verordnen, jedoch ist dies derzeit nur in Innsbruck der Fall. Die beschriebene Strecke würde im Vergleich 12,80 Euro kosten.

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Die Konsumentenabteilung der Arbeiterkammer rät, dass bereits bei Fahrtantritt ein Fixpreis für die Strecke vereinbart werden soll. „Die Quittung muss auf Verlangen des Kunden immer ausgestellt werden“, erklärt Peter Hilpold von der Arbeiterkammer das Recht des Kunden.

Besonders auffällig ist, dass die Preise vor allem bei Festen steigen. Das ist in Kitzbühel beim Hahnenkammrennen, Jahrmarkt und zu Silvester der Fall. Taxiunternehmer Hirzinger vergleicht die Situation mit den Abendlokalen: „Dort bezahle ich auf einmal auch viel mehr Eintritt als an anderen Tagen.“ Grundsätzlich werde das Taxifahren teurer werden, meinen Jäger und Hirzinger vorausschauend.


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