Eurogruppen-Chef Juncker sieht „letzte Chance für Griechenland“

Juncker spricht sich zwar weiter klar gegen einen Austritt des Landes aus dem Euro aus, verlangt aber endlich glaubwürdige Anstrengungen seitens Athen.

Athen - Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat Forderungen nach einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone abermals energisch zurückgewiesen. „Ich möchte sagen, dass ich absolut dagegen bin, dass Griechenland aus der Eurozone austritt“, sagte er am Mittwoch in Athen nach einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras. Ein solcher Austritt würde die gesamte Währungsunion gefährden.

Allerdings verlangte Juncker von Griechenland weitere Anstrengungen zur Bewältigung der hohen Verschuldung. „Es ist die letzte Chance für Griechenland“, sagte er. „Robuste und glaubwürdige Schritte“ seien notwendig. Außerdem müsse Athen bei Strukturreformen etwa am Arbeitsmarkt aktiver vorgehen. Er fügte hinzu: „Der Privatisierungsprozess, der versprochen wurde, muss neu gestartet werden.“ Mehrfach betonte Juncker, das Land leide unter einer Glaubwürdigkeitskrise.

Der griechische Premier Samaras will das neue Sparpaket für das krisengeplagte Land „innerhalb der nächsten Wochen“ unter Dach und Fach bringen. Samaras versicherte, sein Land werde trotz aller wirtschaftlichen Probleme alle mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele erreichen.

Die griechische Regierung hatte mit den internationalen Geldgebern vereinbart, ihre Ausgaben bis 2014 nochmals um rund 11,5 Milliarden Euro zu reduzieren. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Samaras, er „garantiere persönlich“ für die Rückzahlung der deutschen Hilfskredite, die weit mehr 100 Mrd. Euro ausmachen.

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Größtes Problem Griechenlands ist die mehrjährige Rezession, die Steuereinnahmen versiegen lässt und die Griechen in hoher Zahl in die Arbeitslosigkeit getrieben hat. Er hatte bereits früher erklärt, sein Land brauche mehr Zeit bei der Realisierung der von den Kreditgebern verlangten Reformen, damit die Wirtschaft nicht noch weiter abgewürgt wird.

Hollande und Merkel besprechen Krise

Am Donnerstagabend wird die deutsche Kanzlerin Angela Merkel den französischen Präsidenten Francois Hollande zu Gesprächen über Griechenland und die Eurokrise in Berlin treffen.

Auf dem Treffen dürfte unter anderem die Bitte der griechischen Regierung zur Sprache kommen, ihr zur Bewältigung der Schuldenkrise einen Aufschub bei der Umsetzung von Reformen zu gewähren. Samaras kommt am Freitag nach Berlin, am Samstag trifft er Hollande in Paris. (APA/dpa)


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