USA wollen Raketenabwehr in Ostasien beträchtlich ausweiten

Mit einer neuen Radaranlage in Japan, Raketenabwehr-Schiffen und Abfangraketen könnten große Teile Asiens abgedeckt werden.

New York/Wien - Die USA planen laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ eine beträchtliche Ausweitung ihrer Raketenabwehr in Ostasien. Mit einer neuen Radaranlage in Südjapan im Zusammenspiel mit Raketenabwehr-Schiffen und an Land stationierten Abfangraketen könnten so große Teile Asiens abgedeckt werden, hieß es.

Die Sicherheitspolitik unter Präsident Barack Obama bewegt sich weg vom Irak und Afghanistan hin zum Asiatisch-Pazifischen Raum. Die Erweiterungspläne zielen laut Regierungsvertretern darauf ab, mögliche Angriffe aus Nordkorea abzuwehren und China militärisch etwas entgegenzusetzen.

China und Nordkorea bereiten Sorgen

Die USA und ihre Verbündeten in der Region wie Südkorea oder Japan sind besorgt über eine Berdohung durch Raketenangriffe aus Nordkorea sowie Territorialkonflikte mit China über Inseln. Besonderes Kopfzerbrechen bereitet den amerikanischen Militärstrategen die Entwicklung von ballistischen Anti-Shiff-Raketen durch China, die der US-Flotte gefährlich werden könnten.

„Der Swerpunkt des Diskurses liegt auf Nordkorea. Die Realität ist aber, dass wir langfristig unser Augenmerk auch auf den Elefanten im Zimmer richten: China“, wurde ein Raketenabwehrspezialist in Diensten des US-Kongresses vom „Wall Street Journal“ zitiert.

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Das chinesische Verteidigungsministerium wollte sich nicht konkret zu den US-Plänen äußern, ließ aber wissen: Fragen der Raketenabwehr sollten stets mit großer Diskretion und unter der Perspektive der globalen, strategischen Stabilität und der Förderung des gegenseitigen Vetrauens zwischen den Staaten gehandhabt werden.

Jeffrey Lewis, Leiter des Ostasien-Programms für Nicht-Weiterverbreitung am Monterey Institute of International Studies in Kalifornien sagte, eine Raketenabwehr-Expansion im Hinterhof der Chinesen würde diese besonders in Alarmstimmung versetzen, wenn sie speziell dazu diente, Taiwan zu umfassen. China hat wohl mehr als 1000 Raketen auf Taiwan gerichtet, das Peking bis heute als festen Bestandteil der Volksrepublik betrachtet, obwohl die beiden Länder seit dem Jahr 1949 getrennt regiert werden. (APA)


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