Ein leichtfüßiges Schwergewicht

Mit dem Crosstourer erweitert Honda sein „Cross“-Angebot nach oben und löst die Varadero ab. Ihm steht eine große Palette an Fahrhilfen wie das Combined ABS zur Verfügung. Außerdem gibt es optional eine Doppelkupplung.

Von Franz Farkas

Die Jäger der BMW GS werden immer mehr, nun hat auch Honda ein schwergewichtiges Argument in den Ring geworfen. Immerhin 275 Kilogramm vollgetankt bringt die Groß­enduro auf die Waage, schon beim Rangieren wächst der Respekt. Rollt sie aber einmal, ist das Gewicht schnell vergessen. Geradezu leichtfüßig bewegt der V4-Motor die große Honda, mit 129 PS und einem maximalen Drehmoment von 126 Nm steht er auch recht gut im Futter. Er ist im Prinzip von der VFR 1200 F bekannt, wurde aber für seinen neuen Einsatzzweck adaptiert. Mit einem Zylinderwinkel von sieben Grad baut er extrem kompakt, durch den schon seit den 80er-Jahren bekannten Trick mit dem versetzten Hubzapfen kommt er auch ohne Ausgleichswellen aus. Trotzdem ist der Rundlauf seidenweich, wie es einfach nur ein Vierzylinder kann. Die Kraft wird über einen Kardan ans über eine Einarmschwinge­ geführte Hinterrad weitergeleitet, hier hat man bei der Konkurrenz aus Bayern Maß genommen.

Schon auf den ersten Metern wird klar, dass man hier auf einem Bike sitzt, das für längere Touren konzipiert wurde. Ein angenehmer Kniewinkel, eine bequeme Sitzbank, die sich auch nach einigen hundert Kilometern nicht durchsitzt, sowie ein breiter Lenker für ein agiles Handling sind die besten Voraussetzungen, um auch nach einem Tag entspannt absteigen­ zu können­.

Für sorgloses Fahren sollen auch die verschiedenen elektronischen Fahrhilfen sorgen, die Honda hier serienmäßig verbaut. Etwa das Combined ABS, das nicht nur eine Anti-Blockierhilfe ist, sondern auch bei Bedarf beide Bremsen­ einsetzt, wenn nur ein Hebel bedient wird.

Neu ist zudem eine Traktionskontrolle, die einsetzt und mittels eines Lämpchens signalisiert, wenn sie im Betrieb ist. Angenehm sind weiters die restlichen guten Sitten des Vierzylinders. Er kennt kaum Lastwechsel und erfreut mit einem kernigen, aber nie unangenehmen Sound. Dabei bleibt die Kraft über den kompletten Drehzahlbereich berechenbar, nirgends gibt es einen Einbruch oder einen unangenehmen Schub.

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Das Fahrwerk ist eher kernig ausgelegt, ist aber trotzdem durchaus als komfortabel zu bezeichnen. Man merkt, dass die Honda vorwiegend für den Betrieb auf befestigtem Untergrund ausgelegt ist, dort gehört sie wohl auch hin. Einzigartig ist das auf Wunsch lieferbare Doppelkupplungsgetriebe, das nun sehr gut funktioniert. Drei Fahrmodi sind wählbar, je nach Untergrund und Wetterlage. Allerdings erfordern sie etwas Gewöhnung, vor allem, wenn im schärfsten Modus am Kurvenausgang der Gasgriff voll geöffnet wird und die Automatik zwei Gänge herunterschaltet. Hier sollte die Traktionskontrolle eingeschaltet bleiben.

Beim Preis orientiert sich Honda mit knapp 16 Tausendern an der Konkurrenz, mit diversem Zubehör wie etwa Heizgriffen, dem DTC (1500 Euro), Koffern, Sturzbügeln, Hauptständer etc. kommt man schnell an die 20.000er-Grenze und an ein Gewicht von 300 Kilogramm. Das allerdings kann auch die Konkurrenz­.


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