„Spezial-Detektive“ sollen Hinweis auf iranische Atombombe liefern

Das Sonderteam soll auf Waffentechnologie, Geheimdienstanalysen und Strahlungsmessung spezialisiert sein.

Wien/Tel Aviv - Die Internationalen Atomenergiebehörde IAEA stellt ein Sonderteam zur Untersuchung des iranischen Atomprogramms zusammen. Das sagten vier Diplomaten in Wien gegenüber der Nachrichtenagentur AP, wie die israelische Zeitung „Haaretz“ am Freitag berichtete. Das Team soll aus „Detektiven“ bestehen, die auf Waffentechnologie, Geheimdienstanalysen, Strahlungsmessung und auf andere Gebiete spezialisiert sind, die Hinweise auf ein iranisches Atomwaffenprogramm geben könnten.

Die Bildung eines Teams, das sich nur auf ein Land konzentriert, ist ein ungewöhnlicher Schritt der IAEA. Damit zeige sich die Prioritätensetzung der Atombehörde bezüglich des Iran angesichts der Befürchtungen, die Islamische Republik könnte sich der Fähigkeit zum Bau von Atomwaffen nähern, hieß es. Es sei auch ein Hinweis auf die zunehmende Frustration der IAEA-Verantwortlichen über die Weigerung des Iran, mit den Atominspektoren zusammenzuarbeiten.

Teheran weist die Behauptungen bezüglich eines geheimen Atomwaffenprogramms zurück und argumentiert, es handle sich um Unterstellungen der USA und Israels. Das Atomprogramm diene rein friedlichen Zwecken. Allerdings weigert sich der Iran, wie vom UN-Sicherheitsrat gefordert, seine Urananreicherung aufzugeben, obwohl ihm angeboten wurde, den benötigten Reaktorbrennstoff aus dem Ausland geliefert zu bekommen. Zudem hat die Abschirmung bestimmter Anlagen gegenüber IAEA-Inspektionen das Misstrauen gegenüber Teheran verstärkt.

Eskalation droht

Die Einsetzung des IAEA-Sonderteams erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt. Der Atomkonflikt droht zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zu eskalieren. In Israel wird darüber diskutiert, die iranischen Atomanlagen notfalls im Alleingang auszuschalten. Ein Angriff könnte noch vor den Präsidentschaftswahlen in den USA im November erfolgen. Der Iran und die mit ihm verbündete libanesische Hisbollah drohen mit einem vernichtenden Gegenschlag im Falle eines israelischen Angriffs. (APA)


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