Auch Profis surfen auf der Casting-Welle

„X-Factor“ startet in Runde drei, während die „Popstars“ nach wie vor um Quote kämpfen.

Innsbruck –Wer jemandem ein X für ein U vormacht, der meint‘s nicht gut mit einem, der täuscht und betrügt wie wild. So gesehen ist‘s irgendwie lustig, dass RTL und Vox ab heute wieder den Casting-Kandidaten mit dem größten „X-Factor“ suchen. Ein Schelm, wer da auf böse Gedanken­ kommt.

Fakt ist indes, dass die Casting-­Welle im deutschsprachigen Fernsehen einfach nicht abebben will. Kaum ein Sender, der nicht von sich behauptet, das nächste große Gesangstalent aus dem Hut zu zaubern. Dass die Gewinner nach Ablauf der jeweiligen Show sogleich wieder in der Versenkung landen, ist eine andere Geschichte, die im TV-Universum nicht so gern erzählt wird. Lieber trumpft man da schon im Vorfeld mit großen Namen auf. Schließlich ist es neuerdings chic, wenn Stars – oder Menschen, die sich dafür halten – die Jury­bank drücken. Und so nehmen in der dritten Ausgabe von „X-Factor“ neben Jury-Mami Sarah Connor auch Guano-Apes-Röhre Sandra Nasic, Produzent und Xavier-Naidoo-Entdecker Moses Pelham und Scooter-Brüller H. P. Baxxter auf den heißen Stühlen Platz. Dass Letzterer wegen seines x-lastigen Nachnamens in Boot geholt wurde, ist übrigens nur ein Gerücht.

Der Rest ist Routine. Kandidaten singen vor, kommen eine Runde weiter oder nicht. In Bootcamps (!) werden­ sie dann von den Juroren zur Bühnentauglichkeit getrimmt, ehe sie in der Livephase um die Publikumsgunst kämpfen. Am Ende gewinnt jemand, den man am nächsten Tag vergisst. Und dann startet das nächste Casting.

Ob ProSieben noch einmal auf „Popstars“-Suche geht, ist indes unklar. Die Sendung läuft so schlecht, dass das Finale vorverlegt wurde. (fach)

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