Jetzt meldet sich auch noch Safar ab

Als ob es dem Tabellenschlusslicht FC Wacker Innsbruck vor dem heutigen Gastspiel bei der Wiener Austria ohnehin nicht schon schlecht genug gehen würde, erkrankte auch noch Einsergoalie Szabolcs Safar.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Nur ein Sieg in fünf Saisonspielen bei einem Torverhältnis von 5:12, auswärts seit nunmehr schon acht Meisterschaftsspielen, gegen die Austria immerhin schon seit sieben Spielen sieglos – es gibt wirklich nichts, was im heutigen Gastspiel in der Generali-Arena für den FC Wacker spricht. Und wenn es einem schon richtig dreckig geht, dann meldet sich der Verletzungsteufel auch noch zu Wort. Während Thomas Bergmann bis Donnerstag wegen eines Magen-Darm-Virus nicht trainieren konnte und sein Einsatz heute­ fraglich ist, fällt einer ganz sicher aus, auf den man sich immer verlassen konnte: Torhüter Szabolcs Safar meldete sich erkrankt ab und macht die Reise nach Wien erst gar nicht mit.

Zumindest Markus Egger­ bringt das nicht sonderlich aus der Fassung. „Dass ich bereit­ bin, wenn ich gebraucht werde, dafür trainiere ich ja hart“, freut sich der 22-Jährige­ auf das Spiel gegen die Violetten­. Dass eigentlich alles gegen den FC Wacker spricht, sei schon wieder ein Anreiz, auf dem Feld das Gegenteil zu beweisen. „Wir hatten eine­ Aussprache und ich bin überzeugt, dass wir gegen die Austria professionell auftreten werden. Die Mannschaft ist intakt“, verspricht Egger. Auch U21-National­spieler Daniel Schütz will die Heimpleite gegen Wr. Neustadt mit einem couragierten Auftritt in Favoriten kompensieren: „Die Tabellensituation ist bitter, aber eine Belastung ist sie für mich noch nicht. Ich gehe positiv ins Spiel und hoffe, dass uns eine Überraschung­ gelingt.“

Gröbere Umstellungen sind nicht geplant. „Die Mannschaft hat Charakter, das hat sie schon öfters bewiesen. Wichtig wird sein, dass jene­ Fehler, die in den letzten Spielen passierten, abgestellt werden“, ist Walter Kogler die Außen­seiterrolle seiner Truppe­ bewusst: „Aber das waren wir in jedem Auswärtsspiel gegen die Austria. So gesehen ist der Druck auch nicht viel größer als in den Duellen der Vergangenheit.“

Wäre für das Tabellenschlusslicht aus dem Westen ein Punkt schon ein großer Schritt aus der Negativspirale­, hat der Titelkandidat aus der Bundeshauptstadt andere Sorgen. Nämlich, dass man gegen einen vermeintlich „Kleinen“ wie so oft in der Vergangenheit wichtige Zähler liegen lässt. „Angeschlagene­ Gegner sind bekanntlich doppelt gefährlich“, warnt Flo Mader, der Tiroler im Austria-Dress. Auch Austria-Coach Peter Stöger sieht seine Violetten in der Pflicht, sich gegen den FC Wacker an der Spitze festzusetzen: „Genau in solchen Spielen muss die Basis gelegt werden, um ganz vorne mitspielen zu können. Auf uns wartet ein gleichermaßen wichtiges wie schwieriges Match.“ Erst ein Tor kassierten­ die Veilchen in fünf Spielen. Daran soll sich gegen die Schwarzgrünen nichts ändern. „Aufgrund der Tabellensituation könnte man den Eindruck gewinnen, dass man so ein Match ohne großen­ Aufwand gewinnen kann. Das wird nicht der Fall sein“, weiß Stöger, dass Hochmut gerade im Fußball meist vor dem Fall kommt.


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