Karwendelmarsch: Viel Lachen trotz Regens

Der Karwendelmarsch ohne Regen? Den gibt es nicht – auch nicht in der vierten Auflage am gestrigen Samstag. Dennoch kamen die Teilnehmer mit einem Lachen ins Ziel. Die TT hat laufend und im Ziel wartend an der traditionellen Veranstaltung teilgenommen.

Von Harald Angerer und Irene Rapp

Scharnitz, Pertisau –Pünktlich um 6 Uhr in der Früh waren sie da: die Läufer, Wanderer, Nordic Walker – und natürlich der Regen. Wie schon in den vergangenen Jahren auch umrahmte ein heftiger Wolkenbruch den Start des vierten Karwendelmarsches von Scharnitz nach Pertisau. Heftige Regenfälle sollte es auch immer wieder während der 35 bzw. 52 Kilometer langen Strecke quer durch das größte Schutzgebiet Tirols – das Karwendel – geben.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. „Das kennen wir ja schon, ohne Regen würde mir fast etwas fehlen beim Karwendelmarsch“, so ein Läufer. Insgesamt hatten sich 448 Männer und Frauen für den Lauf angemeldet. Als Erster erreichte der Unterländer Markus Reich mit einer Zeit von 4:40:04 Stunden das Ziel. Der Streckenrekord von 4:23:50 Stunden vom Vorjahr wurde damit nicht gebrochen – „aber alle, die ins Ziel kommen, sind Heroes“, wurde Organisator Markus Tschoner vom Tourismusverband Olympiaregion Seefeld nicht müde zu betonen.

Und so kam auch ein Großteil der Teilnehmer mit einem Lachen ins Ziel. „Die Temperaturen waren trotz des Regens angenehm“, erzählten sie. Und immer wieder war auch eines zu hören – ein Dank an die Helfer entlang der Strecke. Rund 300 Freiwillige hatten die Organisatoren auf die Beine gestellt, um sich entlang der Strecke um das Wohl der Teilnehmer zu bemühen.

So gab es an den zahlreichen Labestationen u.a. Tee, Hollundersaft, Kekse Müsliriegel und verschiedene Suppen, bereitgestellt von „Bio vom Berg“ von Tiroler Bauern. „Die Heidelbeersuppe ist immer ein Höhepunkt für mich“, freute sich eine Läuferin an einer Labestation.

Apropos Teilnehmer: Insgesamt nahmen über 1300 Männer und Frauen an der traditionsreichen Veranstaltung teil. In einer Bandbreite, die jedesmal fasziniert: aus über 20 Nationen, der älteste Teilnehmer 76, der jüngste 12 Jahre alt. Und auch die Zeit des als Ersten ins Ziel kommenden Wanderers konnte sich sehen lassen: Mit ungefähr 6:34 Stunden lag dieser vor so manchem Läufer.

Pech hatte hingegen Philipp Brugger: Der Läufer aus Sistrans lag bei der Eng noch an der Spitze, musste dann allerdings wegen eines Muskelfaserrisses aufgeben. Ansonsten kam es zu keinen gröberen Verletzungen. Der letzte Wanderer erreichte übrigens um 20.19 Uhr das Ziel. Natürlich ebenfalls mit einem Lachen.

Die Organisatoren waren daher zufrieden – und erleichtert. Hatte doch im vergangenen Jahr schlechtes Wetter samt einem Kälteeinbruch und Schneefall zu einem abrupten Ende des Karwendelmarsches geführt. Damals wurde das Ziel gegen 14 Uhr in die Eng vorverlegt, man wollte alle Teilnehmer gesund ins Ziel bringen.

Den mitunter sintflutartigen Regen des Karwendelmarsches 2012 quittierte man daher bereits gelassen. „Die meisten Teilnehmer haben uns berichtet, dass die Bedingungen wegen des aufgeweichten Bodens zwar mitunter schwierig, die Temperaturen aber angenehm waren“, berichtete Martin Tschoner vom Achensee Tourismus. Und mitunter ließ sich sogar die Sonne blicken, was im Zieleinlauf für gute Stimmung unter Teilnehmern und Besuchern sorgte. „Wir sind zufrieden“, sagten daher Markus und Martin Tschoner. Und machten sich schon Gedanken über den Karwendelmarsch 2013: „1500 Teilnehmer – das wäre unser Ziel.“


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