Elfköpfige Gruppe im letzten Moment aus Schlucht gerettet

In letzter Sekunde wurden die Menschen am Freitagvormittag aus dem Zemmbach gezogen. Ein Hochwasser hatte die Gruppe überrascht.

Von Marco Witting

Ginzling, Buch, Pertisau – Um Haaresbreite an einer Katastrophe vorbei. Nach einem spektakulären Einsatz in der Zemmschlucht im hinteren Zillertal war die Erleichterung bei allen Beteiligten groß. Denn sowohl den Mitgliedern der Canyoninggruppe als auch den Rettern war klar: Das hätte viel schlimmer ausgehen können.

Kurz vor elf Uhr hatte der erfahrene einheimische Führer der elfköpfigen Gruppe (Urlauber aus Belgien und Deutschland) bei der Leitstelle Alarm geschlagen. Das Wasser in der beliebten, aber steilen Schlucht war rasend schnell angestiegen. Während beim Einstieg Sonnenschein geherrscht haben soll, dürfte es weiter oben zu einem heftigen Gewitter gekommen sein.

„Ein derartiges Hochwasser war absolut nicht zu erwarten“, schilderte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes Michael Knauer. Als die Retter ankamen, standen die Mitglieder der Gruppe, darunter auch ein elfjähriges Mädchen, auf einem Stein. Das Wasser reichte ihnen aber bereits bis zu den Knien. „Der Führer hat absolut richtig reagiert, rasch und dezidiert die richtige Hilfe angefordert“, sagte Knauer. „Ein paar Minuten später und der Vorfall hätte viel schlimmer ausgehen können.“ Auch so verletzten sich zwei Männer, als das Wasser immer weiter anstieg und sich die Mitglieder der Gruppe in Sicherheit bringen wollten. Ein Mann verletzte sich an der Schulter, ein anderer an der Hand. Knauer: „Zum Glück war der Polizeihubschrauber gerade in Tux zum Auftanken, als der Notruf kam. So waren rasch zwei Hubschrauber vor Ort.“ Die Mitglieder der Gruppe wurden großteils mit dem Tau aus der Schlucht geholt. Insgesamt dürften knapp 50 Retter (Berg- und Wasserrettung, Rotes Kreuz und Feuerwehr) im Einsatz gewesen sein.

Wie gefährlich die derzeitigen Unwetter sein können, zeigte sich bereits am Donnerstagabend. Gegen 19 Uhr wurde in Buch eine 28-jährige Frau nach einer Windböe von einem umstürzenden Baum am Rücken getroffen, als sie gerade mit dem Hund spazieren ging. Die Frau konnte sich noch selbst befreien, musste anschließend aber im Krankenhaus Schwaz behandelt werden.

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Zwei Männer aus dem Bezirk Schwaz waren etwa zur selben Zeit mit ihrem Segelboot am Achensee unterwegs. Als das Unwetter aufzog, kam das Duo nicht mehr rechtzeitig ans Ufer zurück und das Boot kenterte. Die beiden Männer, ausgerüstet mit entsprechenden Wasseranzügen, schwammen zurück ans Ufer, wobei dieser Kraftakt vom aufkommenden Hagel erschwert wurde. Knapp zwanzig Meter vor dem Ufer konnte die Wasserrettung Achensee die Männer aufgreifen und unverletzt an Land bringen.


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