Märk wird wieder HTL dienstzugeteilt

Bildungsdebatte: Für Schmied ist Kapitel um Pädagogische Hochschule abgeschlossen. Wissenschafts- minister Karlheinz Töchterle hält an Gymnasien fest und steht Gesamtschule sehr skeptisch gegenüber.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Während Schulratspräsident Hans Lintner als Mitglied des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule in Tirol (PHT) noch an eine Konsenslösung mit dem Bildungsministerium glaubt, dürfte der Zug für Elmar Märk abgefahren sein. Wegen Aussagen zur Zukunft der Pädagogischen Hochschulen wurde der designierte PHT-Rektor von Unterrichtsministerin Claudia Schmied Anfang Juli noch vor seinem Amtsantritt abberufen. „Ein Gutachten gibt uns Recht, ich setze auf Entspannung“, sagt hingegen Lintner. Eine Klarstellung Märks, so Lintner, könnte die Situation für die Ministerin als auch für ihn bereinigen.

Doch das dürfte Wunschdenken sein: Denn Schmied wird in den nächsten Tagen Märk wieder der HTL in Innsbruck dienstzuteilen, wo er bisher Direktor war, heißt es aus dem Umfeld Schmieds. Danach wäre die Neuausschreibung des Rektorats wohl notwendig. Dienstrechtlich untersteht Märk der Ministerin, für die Funktion des Rektors an der PHT ist er lediglich dienstfrei gestellt gewesen.

An einer anderen bildungspolitischen Baustelle spricht Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle Klartext, der vorsichtig auf Distanz zum Gesamtschul-Vorstoß seines Mentors LH Günther Platter (VP) geht. Wie auch die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer und die Elternvereine.

„Bei einer Gesamtschule ohne Differenzierung ist eine Nivellierung nach unten unvermeidlich, da verlieren wir zu viele Talente“, sagte Töchterle zur TT. Mit Platter stimmt er bei der Differenzierung überein. „Differenzierung ist der Schlüssel zu allem. Wir brauchen eine Leistungs- und Typendifferenzierung, um die bestmögliche Förderung und Forderung der Talente sicherstellen zu können.“

Die Gymnasien will Töchterle im Gegensatz zu Bildungs-LR Beate Palfrader (VP) nicht aufgeben. „Das Gymnasium soll erhalten bleiben. Wir brauchen Offenheit nach oben, keine Nivellierung nach unten.“ Ein Gymnasium erst ab der Oberstufe, wie Platter vorschlägt, hält der Wissenschaftsminister deshalb für problematisch, „weil manche Fächer wie Latein früher beginnen müssen“. Bei der Lehrerausbildung ist Töchterle optimistisch, dass über studienrechtliche Fragen bald eine Einigung mit dem Koalitionspartner erzielt wird.

Scharfe Kritik an Platter übt jedoch der Tiroler AHS-Gewerkschafter Karl Digruber. „Die real existierende Gesamtschule ist gescheitert. Die hochfliegenden, sozialromantischen Erwartungen an die Gesamtschule blieben in den Ländern, in denen man auf sie gesetzt hat, unerfüllt.“ Bildungspolitik dürfte den Herrn Landeshauptmann bisher nicht besonders interessiert haben, sonst wäre ihm das bekannt. „Will Platter die gefragteste Schulform, das Gymnasium, gegen den Willen der Bevölkerung abschaffen?“, fragt sich Digruber.

Ebenfalls „erschüttert“ ist die Landeselternvertretung über die bildungsfeindlichen Argumentationen zum Gymnasium und im Speziellen zur AHS-Unterstufe. „Statt sich mit den Ursachen dieses Bildungsdebakels zu befassen, sollen nun jene bestraft werden, die ihre Hausaufgaben gemacht haben“, schreibt Obmann Peter Retter dem Tiroler Landeshauptmann ins Stammbuch.


Kommentieren