Auch Portugal könnte neues Rettungspaket benötigen

Steuereinnahmen zurückgegangen, Wirtschaftsflaute verstärkt - Ab Dienstag EU, IWF und EZB auf zweiwöchiger Stippvisite.

Portugal „solide Fortschritt“ bei seinen Spar- und Reformbemühungen.
© EPA

Lissabon - Kommende Woche bekommt Portugal, das in einem ähnlichen Dilemma wie Griechenland steckt und seinen Finanzbedarf nur kaum am Kapitalmarkt decken kann, zwei Wochen lang Besuch von EU, IWF und EZB. Beobachter gehen davon aus, das Land könnte schon bald dazu gezwungen sein, ein neues Rettungspaket zu beantragen - zusätzlich zu den bisher vereinbarten 78 Mrd. Euro, weil der Weg des Sparens auch die Wirtschaftsflaute verstärkte.

Ab Dienstag werden die Fortschritte Portugals bei der Defizitminimierung geprüft. Dabei dürften die Inspektoren erneut feststellen müssen, dass sich die ohnehin schwere Rezession wegen des Sparprogramms weiter verschärft und damit die Sparziele in weitere Ferne rücken. Schon jetzt schrumpft die Wirtschaft Portugals so deutlich wie seit den 1970er Jahren nicht mehr.

Die Regierung selbst räumte bereits Probleme beim Erreichen der Defizitziele ein. Am Ende des Jahres einen Fehlbetrag von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu verbuchen, werde schwieriger, räumte das Finanzministerium am Donnerstag nach der Veröffentlichung neuer Budgetzahlen ein. Zwar senkte die Regierung den zentralstaatlichen Fehlbetrag von Jänner bis Juli um 39 Prozent, gleichzeitig kam es aber zum Rückgang der Steuereinnahmen.

Die Wirtschaftsleistung geht nach Ansicht von Experten auch deshalb so stark zurück, weil Portugal die geforderten Einschnitte so konsequent umgesetzt hat. Eine weitere Verschärfung der Maßnahmen kommt daher wohl nicht mehr infrage - die Inspektoren werden eventuell nach einer neuen Lösung suchen müssen. (APA/Reuters)

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