Betrug an Unterstützern: Landis muss 478.000 Dollar zurückzahlen

Der US-Radstar hatte Geld zur Verteidigung in seinem Dopingprozess gesammelt - unter Vortäuschung falscher Tatsachen.

San Diego - Um einer drohenden Haftstrafe zu entgehen, hat der frühere Radprofi Floyd Landis vor einem Gericht in San Diego eingewilligt, den von ihm betrogenen Unterstützern insgesamt 478.354 Dollar (rund 385.000 Euro) zurückzuzahlen. Der US-Amerikaner, dem der Tour-de-France-Sieg 2006 wegen Dopings aberkannt worden war, hatte damals die Verwendung illegaler Substanzen strikt bestritten und für seine Verteidigung den „Floyd Fairness Fonds“ eingerichtet. Erst 2010 gab er zu, jahrelang gedopt zu haben.

Nun stand er wegen Betrugs genau einen Tag nach Lance Armstrongs Entscheidung, sich nicht einem Schiedsgericht der US-Anti-Doping-Agentur zu stellen, vor Gericht. Landis hatte seinen früheren Teamkollegen im Zuge seines Geständnisses schwer belastet. In seinem Gerichtsverfahren erklärte sich der 36-Jährige nicht schuldig, traf aber ein Abkommen mit der Staatsanwaltschaft. Demnach werden die Betrugsvorwürfe nach drei Jahren fallen gelassen, wenn Landis das Geld an die insgesamt 1.765 Spender zurückzahlt.

„Er hat tausende Menschen belogen und mehrere hunderttausend Dollar erhalten, indem er eine Lügengeschichte erzählte“, erklärte Vize-Staatsanwalt Phil Halpern. „Jeder sollte wissen, dass man damit nicht durchkommt.“ Landis sagte vor Gericht, er habe für seine Verteidigung in den Dopingverfahren insgesamt zwei Millionen Dollar ausgegeben. Der Ex-Radprofi soll neben Tyler Hamilton einer der Zeugen sein, die vor der USADA gegen Armstrong ausgesagt hätten. (APA)


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