Tiger tötete Tierpflegerin: Polizei ermittelt genauen Hergang

Im Kölner Zoo hat ein Sibirischer Tiger eine Pflegerin angefallen und tödlich verletzt. Das Tier wurde kurz nach der Attacke erschossen.

Köln - Nach dem tödlichen Angriff eines Sibirischen Tigers auf eine Tierpflegerin in der deutschen Stadt Köln will die Polizei nun den genauen Hergang klären. Deshalb sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden, teilte die Polizei Köln mit.

Der Sibirische Tigerkater „Altai“ hatte am Samstag im Kölner Zoo die erfahrene Pflegerin angefallen und mit einem Biss in den Hals getötet. Zoo-Direktor Theo Pagel erschoss die vier Jahre alte Raubkatze. Aber seine 43 Jahre alte Mitarbeiterin konnte er nicht mehr retten. Gefahr für Zoobesucher hat nach Auskunft des Zoos nicht bestanden, da der Tiger sein Innengehege nicht verlassen konnte.

Die Polizei hatte die Besucher vorübergehend zum Verlassen des Zoos aufgeordert. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, sagte Pagel. Gefahr für Leib und Leben von Gästen habe zu keiner Zeit bestanden. Der Tiergartendirektor: „Das ist heute der schwärzeste Tag meines Lebens.“

Der tragische Unfall ereignete sich gegen Mittag bei Reinigungsarbeiten. Die Pflegerin habe nach derzeitigem Kenntnisstand wohl vergessen, den Tiger einzusperren, teilte der Zoo mit. Vermutlich sei sie von der Raubkatze von hinten angefallen worden.

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Der 1860 gegründete Köln Zoo ist einer der ältesten in Deutschland. Dort sind rund 10.000 Tiere 750 verschiedener Arten zu Hause.

Derartige Zwischenfälle mit Raubkatzen im Zirkus oder in Tiergärten sind selten, kommen aber immer wieder vor. Im Oktober 2003 wurde in Las Vegas der Zauberer Roy Horn (Magierduo „Siegfried & Roy“) bei einer Show von einem seiner weißen Tiger angegriffen und schwer verletzt.

Am 5. März 2002 war der Wiener Tiergarten Schönbrunn Schauplatz einer ähnlichen Tragödie gewesen: Eine 21-jährige Pflegerin wurde von drei Jaguaren angegriffen. Ein schwarzer Jaguar tötete sie dabei durch einen Hals-Genick-Biss. Der damalige Tiergartendirektor Helmut Pechlaner erlitt bei dem Versuch, der Pflegerin zu helfen, einen Prankenhieb und wurde am linken Arm schwer verletzt. (APA/dpa)


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