Erster Mann auf dem Mond - Neil Armstrong starb 82-jährig

Der US-Astronaut Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat, ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Washington - Er hinterließ den ersten Fußabdruck der Menschheit auf einem anderen Planeten: Der Astronaut Neil Armstrong ist tot. Der erste Mann, der den Mond betrat, starb am Samstagnachmittag (Ortszeit) im Alter von 82 Jahren in den USA. Armstrong hatte sich am 7. August, nur zwei Tage nach seinem Geburtstag einer Bypass-Operation unterzogen. Politiker und Forscher zeigten sich tief bewegt vom Tod des Astronauten.

„Wir sind untröstlich, mitteilen zu müssen, dass Neil Armstrong an den Folgen eines Herzeingriffs gestorben ist“, so seine Familie in einer Erklärung. Die NASA zeigte sich betroffen über den Verlust „eines Freundes, Kollegen und wahren amerikanischen Helden“. NASA-Chef Charles Bolden versicherte, dass der Astronaut für immer in den Geschichtsbüchern zu finden sein werde. „Indem wir diese nächste Ära der Forschung betreten, stehen wir auf den Schultern von Neil Armstrong.“

Obama: „Armstrong einer der größten Helden Amerikas“

Auch US-Präsident Barack Obama reagierte in einer Erklärung tief betroffen. „Neil war einer der größten amerikanischen Helden - nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten“, so Obama in Washington. „Als er und seine Crew 1969 mit der Apollo 11 gestartet sind, nahmen sie die Sehnsucht einer ganzen Nation mit.“

Der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney bekundete ebenfalls seine Trauer. Armstrong sei „ein wahrer Held“, erklärte Romney während einer Wahlkampftour.

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Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta honorierte Armstrong als Pionier. Er habe „Generationen von Amerikanern inspiriert, daran zu glauben, dass wir als Nation durch Entschlossenheit, Ausdauer und harte Arbeit Großes erreichen können“ so Panetta. Auch nach Armstrongs Tod werde dessen „Seele und Erbe des amerikanischen Erfolges und nationalen Stolzes für immer weiterleben“, schrieb der Verteidigungsminister.

Familie: „Ehren Sie seinen beispielhaften Dienst, seine Leistung und Bescheidenheit“

Armstrongs Familie in Cincinatti, im Bundesstaat Ohio, hatte für diejenigen, die Armstrong ehren wollen, eine einfache Bitte: „Ehren Sie seinen beispielhaften Dienst, seine Leistung und Bescheidenheit, und wenn Sie das nächste Mal in einer klaren Nacht nach draußen gehen und der Mond zu Ihnen runter lacht, denken Sie an Neil Armstrong und zwinkern Sie ihm zu,“ hieß es in der Erklärung der Familie.

Armstrong leitete die Mondlandungsmission von „Apollo 11“ und steuerte auch die kleine Mondlandefähre „Eagle“. Somit betrat Armstrong als erster Mensch die Mondoberfläche und sprach die legendären Worte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.“ Nach US-Ostküstenzeit geschah das am 20. Juli 1969, wegen der Zeitverschiebung fand der Mondspaziergang für die Europäer aber in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 1969 statt

Gut 500 Millionen Neugierige in allen Erdteilen saßen vor ihren Fernsehapparaten und verfolgten, wie der 38 Jahre alte Weltraumpionier nahezu 400 000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuß in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte. Zusammen mit Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin spazierte Armstrong drei Stunden lang auf dem Mond.

Pilotenschein mit 16 Jahren

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 in Wapakoneta im US- Bundesstaat Ohio geboren. Seinen ersten Flug erlebte er im damals ungewöhnlich jungen Alter von sechs Jahren. Den Pilotenschein hatte Armstrong mit 16 Jahren eher in der Tasche als die Fahrerlaubnis. Armstrong diente im Korea-Krieg als Kampfflieger und arbeitete später als Testpilot. Erst beim dritten Anlauf wurde er im September 1962 der Öffentlichkeit als künftiger Raumfahrer der US-Weltraumbehörde NASA vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte Armstrong am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre „Gemini 9“.

Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Gemeinsam mit Astronaut Edwin Aldrin sammelte er Mondgestein und machte historische Aufnahmen. Nach dem Ausscheiden aus der NASA lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio). (APA/dpa/AFP)


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